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22:59 08.03.2013
Sozusagen eine interne Fortsetzung: Bei "Immer Ärger mit 40" werden die beiden Nebenfiguren, Paul Rudd und Leslie Mann, aus "Beim ersten Mal" in den Fokus gerückt. Quelle: Universal Pictures

Es waren zwei Komödien mit speziellem Humor, der sich aus eher schlüpfrigen Situationen heraus entwickelte: In "Jungfrau (40), männlich, sucht …" sollte Steve Carell aus der beschriebenen misslichen Lage befreit werden. Zwei Jahre später wurde dann Katherine Heigl "Beim ersten Mal" schwanger, obwohl Seth Rogen wirklich nur ein One-Night-Stand zum schnellen Vergessen war. Regisseur Judd Apatow quälte seine prominent besetzten Figuren durch die Szenerie - das Publikum lachte, die Kassen klingelten. So laut, dass Apatow nun mit "Immer Ärger mit 40" eine Art interne Fortsetzung seiner Erfolgskomödie "Beim ersten Mal" schuf, mit seiner Ehefrau Leslie Mann und Paul Rudd in den Hauptrollen.

Die beiden spielten damals das ratgebende Paar, blieben im Hintergrund. Doch wie ist das eigentlich, fragte sich Apatow, wenn man zusammenbleibt, das eigentlich unspektakuläre Eheleben mit zwei Kindern durchzieht? Genau: Auch nicht krisenfrei, insbesondere wenn eine Schnittstelle wie der 40. Geburtstag ansteht. Dann steht man im Garten, beobachtet sein Kind beim Trampolinspringen und konzentriert sich plötzlich nicht mehr auf die tollen Sachen, die der Nachwuchs schon kann, sondern denkt mal an sich selbst - und kommt ins Grübeln.

Pete (Paul Rudd) flüchtet sich in die Musik oder auf die Toilette, um dem Familienleben zu entkommen. Debbie (Leslie Mann) fühlt sich allein gelassen und sowieso unverstanden. Er gibt den Träumer, sie die Zicke, und die Kinder (Iris und Maude Apatow, die Töchter von Mann und Apatow) streiten sich. Es muss einiges, nein, besser alles anders werden. Und so fängt die Komödie sehr überstürzt an, es hagelt Informationen und Klischees. Doch da es auch handfeste Probleme gibt, weil das von Pete betriebene Plattenlabel vor dem Aus steht, kriegt sich der Film auch wieder ein und macht ein bisschen langsamer, kümmert sich um seine Figuren. In vielen kleinen Szenen gelingt es zunächst Paul Rudd ("Our Idiot Brother"), seinen Charme auszuspielen. Später entwickelt auch Leslie Mann einen gewissen Ehrgeiz, doch die besten Momente hat der Film dank Albert Brooks und John Lithgow, die die Väter der beiden spielen.

Zwar stopfte Judd Apatow sein Drehbuch, an dem auch Leslie Mann mitschrieb, letztlich wieder so voll wie bei seinen bisherigen Komödien: Nicht umsonst hat sein Film Überlänge. Doch die 130 Minuten werden nicht langweilig, denn der Humor ist mittlerweile ein anderer. Weniger pennälerhaft, weniger genitalfixiert. Das mag dem etwas erwachseneren Thema geschuldet sein und der Tatsache, dass die beiden Hauptfiguren sich eigentlich noch mögen, nur das große Ganze oder vielleicht auch die Kleinigkeiten aus den Augen verloren haben. Jedenfalls geht der 45-jährige Apatow mit "Immer Ärger mit 40" neue Wege und bringt auch vieles auf den Punkt.

teleschau

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