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„Jetzt wird wieder gerockt“

Rostock „Jetzt wird wieder gerockt“

Omega-Sänger János Kóbor verspricht nach Sinfonie und Oratorium für das Konzert in Rostock harte Klänge / Dort steht die Band mit Dieter „Maschine“ Birr und Uwe Hassbecker auf der Bühne

Rostock. Im 55. Jahr ihres Bestehens will Omega, Ungarns Rockband Nummer eins, noch einmal „auf den Putz hauen“. Es wird eine Konzert-Tour durch mehrere europäische Staaten geben und nach einer längeren Veröffentlichungspause erscheinen dieses Jahr gleich zwei neue CDs. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach über Omegas Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit Sänger und Gründungsmitglied János Kóbor (73).

OZ-Bild

Omega-Sänger János Kóbor verspricht nach Sinfonie und Oratorium für das Konzert in Rostock harte Klänge / Dort steht die Band mit Dieter „Maschine“ Birr und Uwe Hassbecker auf der Bühne

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Am 20. Mai seid ihr in Rostock unter dem Titel „Omega & Friends“ zu erleben. Warum dieser Zusatz?

János Kóbor: Wir werden Dieter „Maschine“ Birr von den Puhdys zu Gast haben, mit dem wir den Song „Der große Magnet“ spielen. Das ist ein Stück von seiner aktuellen Solo-LP, das ich mit eingesungen habe. Wir bringen es live natürlich ein bisschen härter. Hinzu kommt, dass Uwe Hassbecker von der Gruppe Silly mit auf der Bühne stehen wird.

Auf eurem aktuellen Album, das im Mai erscheinen soll, gibt es noch mehr „Freunde“ zu hören.

Wir haben viele Freunde in der Rockszene. Uli Jon Roth zum Beispiel, der in den 70ern bei den Scorpions spielte, mit denen wir damals durch Europa tourten. Oder Brian May von Queen, den wir schon seit 1973 kennen. Mit unserer neuen Platte wollten wir aber unsere osteuropäischen Musikerfreunde ehren, mit denen wir irgendwann mal zusammen live spielten. Los ging es mit „Maschine“, jetzt ist Józef Skrzek von SBB mit drauf. Wir hätten auch gern Radim Hladík von der tschechischen Band Blue Effect dabeigehabt, aber leider ist er im letzten Jahr im Dezember verstorben. Und die andere große tschechische Gruppe, Olympic, passt stilistisch nicht zu uns. Wir haben aber trotzdem eine Blue-Effect-Nummer in Tschechisch aufgenommen.

Ist sicher nicht so einfach gewesen . . .

Oh, tschechisch ging eigentlich. Kompliziert war der polnische Song „Dziwny jest ten swiat“ von Czeslaw Niemen. Da wird praktisch nur gezischelt.

Der Plattentitel ist interessant und für Omega ungewöhnlich.

Wir haben uns an dem englischen Originaltitel von „Spiel mir das Lied vom Tod“ orientiert, und der lautet „Once Upon a Time in the West“. Und da wir an die großen Zeiten der Rockmusik im Ostblock erinnern, heißt unsere CD „Once Upon a Time in the East“. Vermutlich werden wir das Konzept aber leicht aufweichen, indem wir die Cover-Version des Scorpions-Titels „Still Loving You“ mit draufpacken. Die hatten sich für „White Dove“ bei unserem größten Hit, „Mädchen mit dem Perlenhaar“, bedient. Auch „Too Much Love Will Kill You“ mit Brian May wird wohl Bestandteil der Scheibe.

Nach euren Konzerten mit einem Sinfonie-Orchester zum 50-jährigen Bühnenjubiläum und den sich anschließenden Oratoriums-Auftritten in Kirchen, die etwas zurückhaltender gestaltet waren, gibt es Omega jetzt wieder pur . . .

Ja, jetzt wird wieder gerockt. Von den Originalmitgliedern sind Keyboarder László Benkö, Schlagzeuger Ferenc Debreczeni und ich dabei. Die anderen – wie Tamás Szekeres an der Gitarre oder Katy Zee am Bass – stehen für eine neue Generation. Warum sollen Omega nicht mit neuen Musikern weiterleben, wenn sie in der Lage sind, den Spirit der Gruppe zu bewahren?

Vor fünf Jahren sagtest Du, es mache keinen Sinn, noch einmal eine neue Platte mit eigenen Titeln zu machen. Jetzt geschieht es doch.

Ja, die Platte wird „Testament“ heißen, muss als solches aber nicht ernst genommen werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir danach noch eine weitere Scheibe herausbringen. Immerhin haben wir bereits die Musik für 20 Songs eingespielt. Nur mit den Texten hapert es. Anfangs hieß es von unseren Textern, sie hätten bei einem machtvollen Titel wie „Testament“ schon viele Ideen im Kopf.

Jetzt kommt da aber nur wenig. Ich hoffe, dass bis zum Herbst alles steht, damit die Platte noch dieses Jahr erscheinen kann.

Hältst Du es für möglich, dass Omega noch einmal eine Show mit ehemaligen Mitgliedern auf die Bühne bringen?

Dafür ist es zu spät. Erst im vergangenen Jahr sind zwei unserer wichtigsten ehemaligen Mitglieder verstorben: Schlagzeuger Jószef Laux, der von 1964 bis 1971 zu Omega gehörte, und Bassgitarrist Tamás Somló – er spielte bis 1968 Saxofon bei uns. Beide waren später Bestandteil von LGT, weshalb unser ehemaliger Keyboarder und späterer LGT-Kopf Gabor Presser am Grab vom Somló

verkündete, dass LGT mit dem Bassisten gestorben sei.

Ich glaube, es ist schwierig für Musiker, einzelnen Städten bestimmte Charakteristika zuzuordnen, wenn sie praktisch schon die halbe Welt bereist haben. Aber gibt es etwas, das die Hansestadt Rostock aus Deiner Sicht von anderen deutschen Städten unterscheidet?

Eine Zeit lang waren wir recht häufig in der DDR unterwegs. Und da war meist nie Zeit, die Orte näher kennenzulernen, weshalb Rostock für uns eine Stadt war wie all die anderen. Allerdings hatten uns die Verantwortlichen der Künstleragentur aus Berlin davor gewarnt, dass Rostock im Vergleich zu Dresden oder Leipzig ein ganz bestimmtes Flair habe. Auf der Bühne haben wir davon nichts gemerkt. Aber vielleicht meinten sie, dass die Rostocker als Hafenstädter stärker mit der westlichen Lebensweise in Berührung kamen.

Omega auf Tour

Am 6. Mai ist die Gruppe Omega in Erfurt zu erleben.

Der 7. Mai ist für die ungarische Band, die bis 1990 als erfolgreichste Gruppe Osteuropas galt, ein besonderer Termin: Nach 34 Jahren Abwesenheit gibt es mit einem Termin in Pratteln mal wieder ein Konzert in der Schweiz. In Schweizer Musikmagazinen spricht man von einer Sensation.

20. Mai Rostock „Omega & Friends“ in der Hanse Messe.

Der 2. September sieht die Gruppe in Prag im Lucerna Palais. Die tschechische Republik gilt seit den 70ern als feste Bank für Omega. Hier existiert eine große Fan-Basis.

Am 27. September ist mit dem Berliner Admirals-Palast der nächste Auftritt in Deutschland.

Es folgen am 29. September ein Auftritt in Halle, am 30. September in Chemnitz und am 2. Oktober dann in Dresden.

Wie das Omega-Management mitteilte, sind auch schon erste Termine für das Nachbarland Polen im Gespräch.

Interview: Jens-Uwe Berndt

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Die Konzertreise führt die Berliner am 6. Mai ins Rostocker Moya

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