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Kultur Jürgen Vogel kommt als Ötzi ins Kino
Nachrichten Kultur Jürgen Vogel kommt als Ötzi ins Kino
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00:00 29.09.2016

. Wissenschaftler haben seinen Darminhalt erforscht, seine Fingernägel und sein Gebiss. Man weiß: Ötzi litt an Karies und Bandscheibenverschleiß und hatte eine Laktose-Intoleranz. Er aß Fleisch vom Alpensteinbock und er trug „Leggings“ aus Ziegenleder. Aber warum rannte er vor 5300 Jahren in unwirtlicher Höhe in den Ötztaler Alpen herum? Wie starb er – und was war er für ein Mensch? Nichts ist bekannt über den Charakter, die Gedanken des Gletschermannes, dessen Fund vor 25 Jahren am Tisenjoch eine Weltsensation war.

In der internationalen Film-Koproduktion mit dem Arbeitstitel „Iceman – die Legende von Ötzi“ haucht ihm der Autor und Regisseur Felix Randau nun eine Lebensgeschichte ein. Kelab heißt Randaus Ötzi, und gespielt wird er von Jürgen Vogel. „Er ist ein Leader, der Ortsvorsteher. Man denkt, dass er in Richtung Medizinmann geht“, sagt Produzent Jan Krüger. „Er ist ein spiritueller und liebender Mensch, dem alles genommen wurde.“ Kelab verlässt sein Dorf, um zu jagen. Als er zurückkommt, ist die Siedlung gebrandschatzt, Frau und Sohn sind tot, das heilige Totem seiner Sippe ist gestohlen. Kelab schwört Rache.

Zumindest könnte es so gewesen sein. Randau hat für das Drehbuch recherchiert, es entstand unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum in Bozen, wo die Gletschermumie gut gekühlt in einer dunklen Gruft für Schaulustige zu sehen ist.

Vogel, altersmäßig mit 48 Jahren im richtigen Ötzi-Alter, hat für die Rolle Bogenschießen gelernt, sich mit Kraft- und Ausdauertraining vorbereitet – und mit einer steinzeitlichen Paläo-Diät, die auf Zucker und andere industriell hergestellte Lebensmittel verzichtet. Er passe physisch gut zu Ötzi, sagt er selbst: Wie er sei er tätowiert; und eher klein. Und: „Bei mir passen gut Perücken.“

Gedreht wurde unter anderem im Schnalstal in Südtirol, ein paar Kilometer von der Fundstelle Ötzis entfernt. Premiere soll im nächsten Jahr auf einem Festival sein, Kinostart im Winter 2017.

Sabine Dobel

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