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Junge Jazzer aus ganz Deutschland ließen in Rostock von sich hören

Rostock Junge Jazzer aus ganz Deutschland ließen in Rostock von sich hören

Bundesbegegnung vergab Fördermaßnahmen für beste Nachwuchsbands

Rostock. „Jazz ist schick geworden“, resümierte Uschi Brüning mit gemischten Gefühlen nach dem letzten Konzert der 2. Bundesbegegnung „Jugend jazzt“, die gestern in Rostock zu Ende ging. Drei Tage (und Nächte) hatten 15 Bands aus nahezu allen Ländern der Republik in Workshops, Konzerten und Sessions gezeigt, daß deutsche Jugendliche stilsicher und technisch gekonnt Jazz verschiedener Spielarten auf die Bühne bringen können. Das Leistungsspektrum reichte von der beflissenen Schülerband bis zur professionell eingespielten Combo.

Die gerade bei den glanzvollsten Auftritten zu beobachtende Mischung von gut trainierter Perfektion und selbstgewisser Spaß-Attitüde ging allerdings hier und da unüberhörbar zu Lasten der Seele, und eben dies war es, was die bekannte ostdeutsche Jazz-Sängerin so nachdenklich stimmte. Sie habe den Eindruck, daß die aus Not und Unterdrückung geborene Musik der Schwarzen in unserer Wohlstandsgesellschaft zu etwas verkommen ist, was früher höhere Töchter mit Beethovens „Für Elise“ am Klavier zu vollbringen hatten. Brüning sieht aber auch Licht am Horizont der Nachwuchsjazzer: Erfreulich viele gute Schlagzeuger zum Beispiel, und auch „Leute, die wirklich für den Jazz brennen, die suchen und das wirklich wollen.“

Vor diesem Hintergrund hatte es die vom Deutschen Musikrat hochkarätig besetzte Beratergruppe sicher nicht leicht, die als Preise geltenden Fördermaßnahmen gerecht zu verteilen: Die begehrte Möglichkeit einer eigenen CD-Produktion bei DeutschlandRadio erhielten am Ende das Quintett „Blau-Weiß-Berlin“, das Sextett „The Sidewinders“ aus Bayern und die fünfköpfige „Schlapbe-Band“ aus Baden-Würtemberg. „Blau-Weiß-Berlin“ wird zudem auf Einladung der Rostocker Hochschule für Musik und Theater im Konzertprogramm der Hanse-Sail auftreten.

Für ein Wiederhören mit talentierten Nachwuchsbands sorgt auch der Rostocker Filmclub e.v., der als Veranstalter des Ostseejazz-Festivals seinen Sonderpreis, die von Thomas Jastram geschaffene Plastik „Nackte mit Saxophon“ an das vielseitige Quartett „Basar“ aus Hessen vergab. „Basar“ werden ebenso wie das witzige Flötistinnen-Quartett „The Kräuters“ aus Hamburg am 25. Juni beim „Ostseejazz“ spielen. Fünf weitere Bands sind bereits fürs nächste Jahr eingeladen.

Das Kowatsch-Dux-Klein-Trio aus Mecklenburg-Vorpommern wurde vom Deutschen Musikrat gemeinsam mit fünf anderen Combos zu einem professionellen Jazz-Workshop eingeladen, der Wismarer Bassist Thomas Dux erhält außerdem eine besondere Solistenförderung.

Rostock, in diesem Dank waren sich alle Organisatoren und Teilnehmer einig, hat sich als hervorragender Gastgeber für diese junge Jazz-Begegnung erwiesen, und das zahlreich erschienene Publikum im Theater im Stadthafen und im MAU geizte nicht mit Anerkennung für die Bands.

Mitschnitte der Konzerte wird DeutschlandRadio am 7. und 8. Juni ab 22.15 Uhr senden.



JAN-P. SCHRÖDER

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