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Kultur Junge Medienmacher jubeln über gläserne Fische
Nachrichten Kultur Junge Medienmacher jubeln über gläserne Fische
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00:00 19.04.2013
Der Medienkompetenzpreis f�r au�erschulische Projekte ging gestern nach B�tzow. Quelle: Frank Hormann/ nordlicht
Rostock

Auftakt des viertägigen Filmfestivals FiSH: Das Hauptthema aus dem Film „Star Wars“ schallte am gestrigen Nachmittag durch das Theater im Stadthafen. Musikalische Kulisse für die Verleihung des Medienkompetenz-Preises des Bildungsministeriums und der Medienanstalt MV.

Die Mädchen und Jungen des sonderpädagogischen Förderzentrums Danziger Straße aus Rostock stürmten die Bühne. Wenig später hielten sie einen gläsernen Fisch sowie 1000 Euro Preisgeld für die beste Arbeit im schulischen Bereich, ein Projekt mit dem Titel „APP-Musik“, in den Händen.

Musiklehrerin Daniela Albrecht, die das Projekt leitet, erläuterte: „In einer 8. Klasse habe ich Smartphones und Tablets in den Mittelpunkt des Unterrichts gestellt. Die Schüler konnten so mithilfe von Apps eine Band imitieren und digital eigene Musikstücke produzieren. Die Ergebnisse wurden von ihnen danach auf Film en und Fotos festgehalten und aufgearbeitet.“ Schülerin Stefanie Schulz brachte es auf den Nenner: „Es hat uns unheimlich viel Spaß gemacht!“

In der Kategorie außerschulische Projekte jubelte das Filmteam vom Verein „Pferdemarktquartier in Bützow“, vertreten mit dem Projekt „Es lebe ...!?“, über Glasfisch und Geldpreis. Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahre hatten mit Kamera und Mikrofon die Geschichte des heimischen Pferdemarktes erforscht. Dazu befragten sie Zeitzeugen, gestalteten sie die Dramaturgie des Films und sorgten für die technische Umsetzung.

Der Sonderpreis von 500 Euro ging an die Regionale Schule „Anne Frank“ in Tessin für das Video-Projekt „Der Ausflug der Tiere“. Die Jury stellt dazu anerkennend fest: „Der originelle Trickfilm steht beispielhaft für den Erfolg dieser Arbeitsgemeinschaft Medien, in der die Schüler in sieben Projektgruppen ab der ersten Klasse Videos erstellen. Besonders wichtig ist, dass sie dabei die technischen Grundlagen und den kritischen Umgang mit den Medien erlernen.“

„In diesem Jahr bewarben sich insgesamt 27 Projekte um den Medienkompetenz-Preis“, erklärte Dr. Uwe Hornauer, Direktor der Medienanstalt MV. Vor den Vertretern der acht bei der Preisvergabe in die engere Wahl gekommenen Teams meinte er anschließend: „Die Medien stellen einen wichtigen Teil der Infrastruktur des 21. Jahrhunderts dar. So wie sich jeder von uns auf den Straßen auskennen muss, so muss er sich auch mit den Medien auskennen!“

Gerade weil die jüngsten Medienmacher das erste Glanzlicht des Festivals setzten, wandte sich der neue Schirmherr des Festivals, Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD,) bei einem Empfang zunächst an den Nachwuchs: „Was ihr vorgestellt habt, ist beeindruckend. Wir brauchen solche jungen Leute, die sich so wie ihr engagieren!“ Er betonte, dass sich das Festival in den zehn Jahren seines Bestehens als jung, frisch und lebendig erwiesen habe. „Ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Tagen Filme sehen werden, die uns begeistern, die uns betroffen machen und die uns nachdenklich werden lassen“, meinte Brodkorb.

Programm FiSH-Festival bis 21. April
Freitag, 19. April: Ab 11 Uhr Bühne 602 Medienwerkstätten, Musikvideos; 14.30 M.A.U-Club „Junger Film“; ab 16 Uhr Li.wu „Heino Jager“ und andere Filme; ab 23 Uhr FiSH-Lounge im Bunker.

Sonnabend, 20. April: Ab 11 Uhr M.A.U.-Club und Bühne 602 „Junger Film“; ab 17 Uhr Li.wu „Schönort“ u. a. Filme.

Sonntag, 21. April: Ab 11 Uhr Filmbrunch vor/im Solo Uno; ab 19 Uhr Li.wu „Schlaflied — Max Raabe“ u.a.

Auftaktfilm über Handball-Legende Wolfgang Böhme
Eine berührende Geschichte aus der Zeit des geteilten Deutschlands im Kalten Krieg: „Fallwurf Böhme. Die wundersamen Wege eines Linkshänders“, eine 2012 entstandene Dokumentation von Artia Nova, lief gestern Abend als Eröffnungsfilm des Rostocker Filmfestivals FiSH. Es geht um den in Heringsdorf aufgewachsenen und in Rostock zum Sportler gewordenen Wolfgang Böhme (heute 63). Als Linkshänder mit Talent, Ehrgeiz und Charme wurde er DDR-Spitzenhandballer, Idol vieler Autogrammjägerinnen und vier Jahre lang Kapitän der Nationalauswahl und kurz vor den Olympischen Spielen in Moskau 1980 — auf dem Höhepunkt seiner Leistungskraft — aus dem Leistungssport gedrängt.

Bagatellen, wie etwas Westgeld und sein Liebesleben, reichten der Stasi und Sportfunktionären, um ihn für unzuverlässig zu halten. Anhand dieses Schicksals beleuchtet der Film die Instrumentalisierung des DDR-Sports im „Klassenkampf“, aber ebenso die Solidarität unter drei Brüdern, die sich auch unter dem politischem Druck den Anstand bewahrten. old

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