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Kultur Junger Film-Preis geht an blutjungen Berliner Regisseur
Nachrichten Kultur Junger Film-Preis geht an blutjungen Berliner Regisseur
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07:43 22.04.2013
Daniel Asadi Faezi gewann bei FiSH mit dem Streifen „Koora“. Quelle: Thomas Häntzschel/ nordlicht

Das Festival im Stadthafen (FiSH) lockte am Wochenende rund 3000 filmbegeisterte Besucher in die Spielstätten an Rostocks Stadthafen. Ihr besonderes Interesse richtete sich auf die Preisverleihung beim bundesweiten Kurzfilmwettbewerb „Junger Film“.

Zum zehnten Jubiläum vermeldete das FiSH zugleich einen neuen Rekord: Über 465 Bewerbungen gingen beim Rostocker Institut für neue Medien ein, darunter Kurzspielfilme, Animationen und Musikclips. Aus diesen wählte die sechsköpfige Jury 35 Filme aus, die es ins Festivalprogramm schafften. Aus Mecklenburg-Vorpommern dabei: „Hinter der Grenze“ von der Rostockerin Jomna Heilmann, „Schwarz-Weiß-Film“

von Jönna Zander aus Wismar sowie „Im Jetzt“ vom Rostocker Filmteam „New X-iT“.

Am Sonnabend, eine Stunde vor Preisvergabe, entschied die Jury in Diskussion vor Publikum über die Sieger. Veranstalter und Künstler schätzen diese Form der Verleihung des Preises „Junger Film“. Der Leiter der Jury, Filmdozent Matthias Spehr, verkündete im Saal des M.A.U.-Clubs den Gewinner. Erfolg für den 18-jährigen Daniel Asadi Faezi mit seiner zehnminütigen Dokumentation „Koora“. Unter großem Beifall der gut 300 Gäste nahm der Nachwuchsregisseur seinen Preis entgegen. „Ich möchte, dass sich der Film verbreitet, damit das Thema ,Soziale Ungerechtigkeit in der Dritten Welt‘ noch mehr Gehör findet“, erklärte der junge Berliner.

In „Koora“ zeigt Faezi das Leben indischer Müllsammler in einem armen Stadtteil von Kalkutta: geprägt von Lebensfreude, Überlebenskampf und Visionen. Die Jury lobte die ungeschönte und realistische Darstellung genauso wie die politische Botschaft, die hinter dem Film stecke.

Freuen konnte sich Daniel Asadi Faezi über das Preisgeld von 7000 Euro. 5000 Euro aus ihrem Produktionsbudget spendete dabei die Filmförderung MV. Hinzu kamen je 1000 Euro vom Rotary Club Heiligendamm sowie vom Kultusministerium. Den Publikumspreis des FiSH erhielt der Berliner Sascha Quade (24) für den Kurzfilm „Meyer“. Er erzählt die Geschichte zweier Menschen, die lernen müssen, mit Veränderungen umzugehen. Die Zuschauer hatten zuvor selbst per Stimmzettel abgestimmt und das Preisgeld von 500 Euro gestiftet. Weitere 777 Euro steuerte die Rostocker Brauerei bei. Darüber hinaus vergab die Jury im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren (BDFA) drei Gold-, zwei Silber- und sieben Bronzemedaillen.

Das Resümee der Veranstalter zum diesjährigen Festivals im StadtHafen fällt positiv aus. „Die Filme standen durchgängig auf hohem technischen Niveau und hatten auch das Potenzial, politisch zu polarisieren“, stellte Matthias Spehr fest. Sabine Matthiesen, Leiterin der Kulturellen Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern, sah das FiSH als Karrieresprungbrett für angehende Filmemacher:

Vorjahresgewinner Jan Riesenbeck habe seinen Film „Sechster Sinn, Drittes Auge, Zweites Gesicht“ bei den Filmfestspielen 2013 in Cannes vorgestellt.

Bedeutendes Festival
Das Festival im StadtHafen Rostock (FiSH) gibt es seit 2004. Das Kurzfilmfestival wird vom Bundesverband Deutscher Film-Autoren veranstaltet und vom Institut für neue Medien Rostock ausgerichtet. Schirmherr ist Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD). Das FiSH besteht aus den drei Programmfenstern „Junger Film“, „SehSterne“ und „FiSHspezial“. Die teilnehmenden Produzenten müssen unter 27 Jahre alt sein. Das Programm zeichnet sich durch viele experimentelle Kurzfilme aus.

Christina Damdinsuren

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