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Percussionist Alexej Gerassimez prägt die Festspiele MV / Saison beginnt morgen in Wismar

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Am 24. Juni beim Open Air im Schlosspark Göhren-Lebbin: Till Brönner.

Schwerin. Wenn Alexej Gerassimez von seinen ersten musikalischen Erkundungen in früher Kindheit erzählt, landet er schnell im Keller. Während die oberen Etagen im Essener Wohnhaus seiner überaus musikalischen Familie den Geige, Trompete, Cello und Klavier spielenden Eltern und Brüdern vorbehalten waren, blieb ihm der Rückzug in die Tiefe – des Schallschutzes in den unterirdischen Räumen wegen. „Mich hat schon als Dreijähriger total fasziniert, welche Töne man so aus Gegenständen des Alltags herausholen kann: Töpfe, Schüsseln, Keksdosen, alles was ich in der Küche unserer Mutter finden konnte“, berichtet Alexej Gerassimez von den Anfängen seiner unbändigen Trommelleidenschaft.

OZ-Bild

Percussionist Alexej Gerassimez prägt die Festspiele MV / Saison beginnt morgen in Wismar

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Der 29-jährige Schlagzeuger muss die richtigen Töne getroffen haben. Statt im Keller trommelt er heute auf der großen Bühne und begeistert mit seinem unkonventionellen und virtuosen Spiel ein Riesenpublikum. Vom Eröffnungskonzert am 17. Juni in Wismar an drückt Alexej Gerassimez den Festspielen MV in diesem Jahr als „Preisträger in Residence“ seinen Stempel auf. Während der Sommersaison steht er 24 Mal auf dem Podium und bestreitet ein Fünftel der 131 Konzerte.

Es gehört zu den Markenzeichen der Festspiele, dass sich talentierte Nachwuchsmusiker im Wettbewerb „Junge Elite“ präsentieren können und Preisträger immer wieder eingeladen werden. Seit elf Jahren erhalten die erfolgreichsten Musiker die Möglichkeit, in einer Residenz das Festivalprogramm mitzubestimmen. Darunter waren die Geiger Daniel Hope und Julia Fischer, der Cellist Daniel Müller-Schott oder der Pianist Igor Levit – alle Künstler von Weltrang. Hope hatte 2006 die Tradition der Residenzen begründet, jenem Jahr, in dem Alexej mit seinem Bruder Nicolai am Klavier den Ensemblepreis der Festspiele gewann.

Mit Alexej Gerassimez wird zum ersten Mal ein Schlagzeuger als „Preisträger in Residence“ den Konzertsommer prägen. „Klar ist man als Veranstalter mit einem Geiger oder Pianisten als Residence-Künstler im sicheren Hafen“, bekennt Intendant Markus Fein. Vor allem das überschaubare Repertoire für Solotrommler könne man als Handicap sehen. „Doch wir stehen voll und ganz hinter unserer Entscheidung. Es wird ein spannender Ausflug in die Welt der Musik, und wir haben sehr gute Formate gefunden“, sagt Fein.

Seit zehn Jahren ist Alexej Gerassimez zu Gast in MV. Seine Konzerte waren immer bestens besucht und mit seinen Aufführungen an ungewöhnlichen Spielorten mit nicht minder ungewöhnlichen Klangkörpern setzte er Glanzpunkte. In bleibender Erinnerung ist das Konzert in Waren an der Müritz, bei dem Gerassimez Schiffspropellern faszinierende Töne entlockte. „Als Schlagzeuger hat man ein schier unbegrenztes Instrumentarium zur Verfügung“, sagt der Künstler, dessen Großvater aus der Ukraine stammt. Vibrafone, Xylofone, Trommeln, Pauken und andere Schlaginstrumente füllen zwei Tourbusse. Gerassimez ist immer auf der Suche nach neuen Klangerlebnissen. Die Werkhalle der Mecklenburger Metallguss GmbH in Waren ist auch in dieser Saison wieder Spielort. Dazu kommen das frühere Panzer-Reparaturwerk in Neubrandenburg und das Liebherr-Werk für Hafenkräne in Rostock als „unerhörte“ Konzertsäle, wo Gerassimez bei seiner Klangsuche darauf aus sein wird, „die Seele der Dinge zu ergründen.“

„Rhytholution“ und andere – die nächsten Konzerte mit Alexej Gerassimez

Sa., 17. Juni: 16 Uhr, Wismar, St.-Georgen, Eröffnungskonzert, NDR Radiophilharmonie

Mi., 21.Juni: 19.30 Uhr, Neubrandenburg, Reparaturwerk, Alexej Gerassimez präsentiert sein multimediales Soloprogramm „Rhytholution“

Mi., 5.Juli: 19.30 Uhr, Heringsdorf, Kaiserbädersaal, Wilhelm Busch trifft auf Horwitz

So., 9.Juli: 11 bis 17 Uhr, Freilichtmuseum Schwerin-Mueß, Strandpavillon Zippendorf, NDR Landesfunkhaus, Segelmacherei Schwerin u. a., Musik bewegt – Das zweite Fahrradkonzert der Festspiele MV

Fr, 14. Juli: 19.30 Uhr, Waren/M., Produktionshalle Mecklenburger Metallguss, „Rhytholution“

Weitere Konzerte: 22./23.7., 2. bis 4.8., 6.8., 9./10.8., 16. bis 20.8., 24.8., 6.9., 8. bis 10.9.

Frank Pfaff

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