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Kernschmelze und Brückenschlag: Weltkultur fürs Welterbe

Schwerin Kernschmelze und Brückenschlag: Weltkultur fürs Welterbe

Am ersten Juliwochenende feiert Schwerin ein Weltkulturfest / Musiker aus 20 Nationen gestalten das Programm

Schwerin. „Es soll eine kulturelle Kernschmelze werden“, sagt Markus Fein, Intendant der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Vom 1. bis 3. Juli wird in Schwerin das Weltkulturfest „Greetings to the Universe“ über die Bühne gehen, dazu haben sich die Festspiele MV, das Mecklenburgische Staatstheater und das Staatliche Museum Schwerin, Ludwigslust und Güstrow, zusammengetan.

Auslöser ist die Bewerbung Schwerins um das Unesco-Welterbe. Mit dem Residenzensemble — zu dem unter anderem des Schweriner Schloss, der Alte Garten, der Schlossgarten, und die Martstallinsel gehören — bewirbt sich die Landeshauptstadt um den Welterbe-Status. Zu diesem Zweck hat sich der Welterbe-Schwerin-Förderverein gegründet, dem Dr. Kornelia von Berswordt-Wallrabe vorsteht. „Wir wollen die Bewerbung um das Welterbe publik machen“, sagt Berswordt-Wallrabe. Dabei ist ihr eine kulturelle Unterstützung mehr als willkommen: „Wir freuen uns natürlich darüber, dass ein Weltkulturfest unser Anliegen zusätzlich bekannt macht.“

Der Titel „Greetings to the Universe“ ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, aber die Veranstaltung hat es in sich. Drei Tage lang — vom 1. bis zum 3. Juli also — wird ein hochklassiges Kulturprogramm nicht nur die Schweriner begeistern, sondern auch viele Gäste in die Landeshauptstadt locken.

Die kulturelle „Kernschmelze“ oder auch der „Brückenschlag“, wie Markus Fein es nennt, meint nicht nur die kulturelle Vielfalt in diesen drei Tagen, sondern in diesem Fall auch den Umstand, dass die beteiligten Künstler aus ganz unterschiedlichen Nationen kommen. So treffen am 1. Juli im Mecklenburgischen Staatstheater österreichische Volksmusik, Bossa Nova und mongolischer Steppengesang aufeinander. Gastgeber wird der Klarinettist Matthias Schorn sein, der mit seinen Gästen eine musikalische Weltreise unternehmen wird. In diesem stilistischen Mix wird die Bezeichnung „Weltkulturfest“ deutlich, am 2. Juli wird dieser Anspruch im Programm noch klarer.

An zwölf unterschiedlichen Spielorten innerhalb des Schweriner Residenzensembles kann sich der Besucher seine Angebote selbst aussuchen. Zum Beispiel präsentiert das Sheridan-Ensemble im Konzertfoyer des Staatstheaters „Lamento: vom Madrigal bis zum Rocksong“, im Flotowzimmer des Theaters spielt Ravi Srinivasan traditionelle indische Musik auf der Tabla, in der Ahnengalerie des Schlosses wird türkische Volksmusik vom Ensemble Berlin Saz evi geboten. Und das sind nur drei Beispiele, es wird unter anderem Musik aus dem Iran, Brasilien und Afrika geben. Viel mehr Weltmusik geht eigentlich nicht.

Das ganz große Crossover wird am 2. Juli um 19 Uhr in einem Open-Air-Konzert vor der Kulisse des Schweriner Schlosses geboten. Ein Spektakel von Balkan Beats bis zu Antonin Dvoráks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“, es konzertiert die Mecklenburgische Staatskapelle zusammen mit den New York Gypsy All Stars. Über die Dvorák-Sinfonie freut sich besonders Schwerins Generalmusikdirektor Daniel Huppert.

„Das ist traditionelle europäische Musik, mit der einst eine Brücke zwischen Europa und den USA geschlagen wurde.“

Ein Brückenschlag ist es auch zwischen dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Bisher hatte es immer nur eine punktuelle Zusammenarbeit gegeben, für das kommende Weltkulturfest passiert alles in größeren Dimensionen: Die Spielorte, die teilnehmenden Künstler und die Organisation rundherum wurde gemeinsam erdacht und abgestimmt. „Ich freue mich, dass in meinem letzten Jahr am Theater die Zusammenarbeit noch zustande kommt“, sagt Schwerins Theaterintendant Joachim Kümmritz. „Markus Fein ist jemand, der versteht, wie ein Theater funktioniert“, lobt Kümmritz den Intendanten des Festspiele MV. Die ersten Planungen für dieses Event liegen rund zwei Jahre zurück.

Mit dem Abschlussabend am 3. Juli wird doch noch klar, was mit „Greetings to the Universe“ gemeint ist. Das Andromeda Mega Orchestra unternimmt im Staatstheater eine „akustische Reise ins All“, denn das Jazz-Klassik-Orchester hat „eine direkte Verbindung zum Universum“. Klingt spannend, passt zum Weltkulturerbe.

Von Thorsten Czarkowski

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