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Killer-Smile, Genie, Verführer

Los Angeles Killer-Smile, Genie, Verführer

Jack Nicholson hält mit zwölf Nominierungen zum Oscar den Rekord. Am heutigen Samstag wird Hollywoods Leinwandgenie 80.

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Richtig feiern mit Damen: Jack Nicholson als Mafiaboss Costello in einer Szene des Films „Departed. Unter Feinden“ in verführerischer Gesellschaft.

Quelle: Foto: Warner Bros./dpa

Los Angeles. . Könnte Toni Erdmann mit Spaß-Gebiss Hollywood-Veteran Jack Nicholson aus dem Ruhestand locken? Der dreifache Oscar-Preisträger, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, stand zuletzt 2010 für die Liebeskomödie „Woher weißt du, dass es Liebe ist?“ mit Reese Witherspoon vor der Kamera, doch nur in einer Nebenrolle. Umso mehr horchten Nicholsons Fans auf, als im Februar Berichte über ein geplantes US-Remake von Maren Ades Hit-Komödie „Toni Erdmann“ durch Hollywood kursierten. Offiziell ist nichts bestätigt, aber mit Ade hätte der Star einen Fan sicher. Er sei einer der besten Schauspieler überhaupt, sagte die deutsche Regisseurin in Santa Monica nach ihrem „Spirit Award“- Gewinn für „Toni Erdmann“.

OZ-Bild

Jack Nicholson hält mit zwölf Nominierungen zum Oscar den Rekord. Am heutigen Samstag wird Hollywoods Leinwandgenie 80.

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Um den exzentrischen wie genialen Leinwand-Star ist es in den letzten Jahren ruhig geworden. Nicholsons letzter großer Auftritt auf der Oscar-Bühne liegt vier Jahre zurück. 2013 präsentierte er die Anwärter in der Top-Sparte  „Bester Film“. Aus Washington verlas die zugeschaltete First Lady Michelle Obama „Argo“ als Gewinner. Nicholson zeigte sein charmantes „Killer-Lächeln“ und flirtete ungeniert mit Oscar-Gewinnerin Jennifer Lawrence (damals 22).

Lawrence war sichtlich überrascht, als Nicholson ins Live-Interview hineinplatzte und die Gewinnerin mit Komplimenten überfiel. Er pirschte sich nochmals mit Sonnenbrille an Lawrence heran. Die schlug die Hände vorm Gesicht zusammen. Das Video sorgte im Netz für Spott über den Altstar.

Nicholson hat wenig ausgelassen in seinem Leben. Er hat fünf Kinder von vier Frauen, die Ehe probierte er nur einmal aus, 1962 bis 1968 mit Schauspielkollegin Sandra Knight. Mit Anjelica Huston führte er 13 Jahre lang eine stürmische Beziehung. Sie zerbrach, als er die beste Freundin seiner Tochter Jennifer schwängerte.

Nicholson war 1937 als uneheliches Kind einer 18-Jährigen in New Jersey zur Welt gekommen. Er wuchs bei deren Eltern auf, erfuhr mit 37, dass seine ältere „Schwester“ seine Mutter war.

Seine Hollywood-Karriere fing mit Botenjobs bei MGM an. Eine der ersten Filmrollen verdankte er Trash-Meister Roger Corman im Gruselfilm „Der kleine Horrorladen“. Den Durchbruch feierte er als alkoholsüchtiger Anwalt George Hanson im Road-Movie „Easy Rider“ (1969). Der Kultfilm mit Henry Fonda und Dennis Hopper als Motorradfahrer auf der Suche nach Freiheit  brachte Nicholson die erste von 12 Oscar-Nominierungen ein. Den ersten Oscar als bester Hauptdarsteller verdiente er sich als Irrenanstalts-Insasse. Der zerrissene, aufmüpfige Klinikpatient Randle McMurphy im preisgekrönten Film „Einer flog über das Kuckucksnest“ (

1975) ist bis heute seine Paraderolle.

Es folgten Hits wie Polanskis „Chinatown“ (1974), Kubricks „The Shining“ (1980) und „Die Ehre der Prizzis“ (1985). Zwei weiteren Oscars erhielt er für seine Rolle als Ex-Astronaut und Säufer in „Zeit der Zärtlichkeit“ (1983) und als grantiger Neurotiker in der Komödie „Besser geht's nicht“ (1997).

Eine neue Seite offenbarte der Altmeister 2002 in der Tragikomödie „About Schmidt“, in der uneitel auch hässliche Spuren des Alterns zeigt. In „Was das Herz begehrt“ (2003) mit Diane Keaton war Nicholson im wenig kleidsamen Krankenhaushemd zu sehen. In „Das Beste kommt zum Schluss“ spielt er einen Krebskranken mit Glatze und zerfurchtem Gesicht. „Ich wollte immer ein Charakterschauspieler sein“, sagte Nicholson 2008 bei der Deutschlandpremiere der Tragikomödie in Berlin. „Ich habe bislang kaum einen Schauspieler mit weniger Eitelkeit gesehen“, pflichtete Regisseur Rob Reiner („Harry und Sally“) bei. „Aber in Wirklichkeit halte ich mich natürlich für den schönsten Menschen der Welt“, fügte Nicholson scherzhaft hinzu.

Barbara Munker

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