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Klangfest mit reichen Facetten

Rostock Klangfest mit reichen Facetten

Großartiger Abschluss der fulminanten Jubiläumssaison der Norddeutschen Philharmonie Rostock: das 10. Philharmonische Konzert, diesmal in der Halle 207.

Rostock. Großartiger Abschluss der fulminanten Jubiläumssaison der Norddeutschen Philharmonie Rostock: das 10. Philharmonische Konzert, diesmal in der Halle 207. Unter dem erfahrenen Schweizer Gastdirigenten Roman Brogli-Sacher (51) entfaltete die Philharmonie noch einmal den Glanz ihres künstlerischen Potenzials. Mit einem spannungsvollen Programm, das zwar die Leitlinie der „Flügelfeste“ verließ, aber zugleich (auch metaphorisch) erweiterte: Auf den Flügeln des „Ikaros“, ein Ballett für Orchester (1980) des anwesenden Lübecker Komponisten Friedhelm Döhl (80), auf den Flügeln der Vergnügtheit in Beethovens Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester (1804) und schließlich in Richard Strauss’ Tondichtung nach Nietzsches steilem Gesang vom Übermenschen, „Also sprach Zarathustra“ (1896) wenigstens zeitweilig auf den Flügeln des Tänzers, hoch droben auf dem Seil, beschwingt und immer vom Absturz bedroht. Es war ein Klangfest, wenngleich in sehr verschiedenen Facetten.

Schon im „Ikaros“ führt Brogli-Sacher das Orchester zu einer eindrucksvoll verstörenden Klanglichkeit von ambivalenten Zerrissenheiten, bis hin zur Eisigkeit, denn hier stürzt Ikaros ab, weil er in der Einsamkeit der Höhe erfriert. Als lebendiger Kontrast dazu Beethovens Tripelkonzert. Hier lächelt der Heros nicht nur, er vergnügt sich, ungeniert und ausgiebig mit höchster kompositorischer Kunst. Die drei Meistersolisten, der Pianist Matthias Kirschnereit (54), die Geigerin Lena Neudauer (33) und der Cellist Julian Steckel (35), machten daraus einen hinreißenden Dreierreigen, indem sie sich lustvoll die Motive zuspielten, mit immer neuem Energienachschub aus dem Orchester – es war die Apotheose des Konzertierens.

Schließlich als Klangprunkstück der „Zarathustra“, die Philharmonie in riesiger Besetzung mit zahlreichen Aushilfen. Von betörender Klangmagie der Anfang wie das versiegende Ende – und alles, was dazwischenlag, war von ebenso eindrucksvoller Intensität und schillerndster Farbigkeit.

OZ

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