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Kultur Klassenzimmer fliegt durch die Welt
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00:12 20.04.2018
Großer Auftritt für Jona–Schüler: Gemeinsam mit Theater-Schauspielern stehen sie im „Fliegenden Klassenzimmer“ von Erich Kästner auf der Theaterbühne. Premiere ist am 22. April um 15 Uhr. Die weiteren Aufführungen finden am 23. und 26. April (10 Uhr), 6. Mai (16 Uhr), 7. Mai sowie am 12., 13. und 14. Juni (jeweils um 10 Uhr) im Stralsunder Großen Haus statt. Quelle: Foto: Vincent Leifer

Sie singen nicht nur von einer „verschworenen Gemeinschaft“, sie sind es auch: 42 Schüler der fünften Klassen der Stralsunder Jona-Schule, die nun gemeinsam mit Schauspielern des Theaters Vorpommern auf der Bühne stehen. Unermüdlich haben sie Texte gelernt, geprobt und getanzt. Jetzt fiebern sie der Premiere des Stücks „Das fliegende Klassenzimmer“ am Sonntag entgegen. Und die Aufregung dürfte zusätzlich deshalb besonders groß sein, weil es sich um eine Uraufführung handelt. Den Text hat Gast-Regisseur Dirk Böhling nach Erich Kästner geschrieben. Die Musik dazu stammt von Sebastian Undisz, Leiter der Schauspielmusik am Theater, der dafür extra eine kleine Band engagiert hat.

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Uraufführung im Theater: Jona-Schüler bringen gemeinsam mit Schauspiel-Profis Erich Kästners Kinderbuchklas- siker mit viel Musik auf die Bühne.

Böhling ist kein Unbekannter am Theater Vorpommern. Bereits vor zwei Jahren hat er Kästners „Emil und die Detektive“ inszeniert und feiert mit der „Rocky Horror Show“ große Erfolge. Kästner sei neben Ringelnatz und Fallada einer seiner drei Lieblingsautoren, verrät Dirk Böhling, der ansonsten zum Stamm der Hausregisseure in Bremen gehört und neben seiner Theaterarbeit auch Hörspiele für den NDR und verschiedene Hörbücher inszenierte.

Kästner stehe deshalb ganz oben auf seiner Beliebtheitsskala, „weil er nicht alt wird“, wie der Regisseur findet. „Und wir sind doch alle irgendwie Kind geblieben am Theater, deshalb spielen wir ja“, sagt er lachend, um einen Kästner-Satz zu zitieren: „Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.“

Die Arbeit mit den Schülern bereitet dem Vater von drei Kindern sichtbares Vergnügen, und bei den jungen Darstellern selbst überwiege „die große Lust“, erfuhr er in den letzten Wochen. Das sei kein Wunder, denn Kinder verkleiden sich, spielen und singen gern, sagt Böhling. Man müsse sie nur „ernst nehmen, fordern und liebhaben“, erklärt er seine Philosophie. Und so hat der Regisseur Kästners „zeitlose Figuren“ ins Heute geholt und ebenso seine Themen. Die drehen sich um die Säulen von Freundschaft und Mut, um Fairness, Respekt und Wissensdurst. „Und natürlich machen wir auch Quatsch“, sagt der Theatermann. In der bunt gemischten Truppe gibt es im Gegensatz zum Original auch Mädchen. „Ich denke, das hätte Kästner gefreut“, ist sich Böhling sicher, der „sein Klassenzimmer“ zu den „Hotspots der Geschichte“ um die Welt fliegen lässt.

„Wo etwas passiert ist, blieben wir stehen“, singen die Kinder. Und so führt die Reise in die Zeit der Reformation, ins alte Rom oder zur Französischen Revolution. Neben dem eigentlich Spiel gibt es für den Dramaturgen Oliver Lisewski einen entscheidenden Mehrwert, den der Unterrichtsausfall während der Proben auf alle Fälle wett macht: „Die Kinder nehmen sehr viel mit. Sie lernen, wie ein Team funktioniert. Sie erfahren, wie viele Menschen hier mitarbeiten, wie wichtig Disziplin am Theater ist und wie viele Verabredungen eingehalten werden müssen, damit die Vorstellung gelingt.“ Schon allein die Tatsache, „dass sie einander zuhören, sich unterhalten und sich nicht dauernd nur Whatsapps schicken, ist ein toller Effekt“, findet Böhling. Für die Aufführungen gibt es zwei wechselnde Besetzungen. Die Premiere am 22. April um 15 Uhr im Großen Haus des Theaters spielt „Team Rot“. Neben den Jona-Schülern sind Felix Meusel (Hausmeister), Frederike Duggen (Professorin Kreuzkamp), Markus Voigt (Justus), Manfred Ohnoutka (der Nichtraucher) und Christiane Waak (Lehrerin) zu erleben.

Erich Kästner

Der Schriftsteller Erich Kästner (1899 -1974 ) veröffentlichte seinen Roman „Das fliegende Klassenzimmer“ 1933. Darin beschwört er den Geist der Freundschaft und die Stärke, die daraus erwächst, gemeinsam etwas zu erreichen. Das Buch wurde dreimal verfilmt.

Seine Karriere begann der Autor und Publizist während der Weimarer Republik mit gesellschaftskritischen und antimilitaristischen Werken.

Nach Beginn der NS-Diktatur blieb der Pazifist und Gegner des Nationalsozialismus in Deutschland, obwohl seine Werke verboten und verbrannt wurden. In jener Zeit veröffentlichte er unter Pseudonym und im Ausland.

Berühmt wurde er vor allem durch seine Kinderbücher, zu denen „Emil und die Detektive“ (1929) oder „Das doppelte Lottchen“ (1949) gehören. Bekanntheit erlangte Erich Kästner auch mit der Herausgabe seiner oft satirisch zugespitzten gesellschafts- und zeitkritischen Gedichte und Aphorismen.

Marlies Walther

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