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„Klassenzimmer“ fliegt wieder

Leipzig „Klassenzimmer“ fliegt wieder

Dreharbeiten zur Verfilmung von Kästners Kinderbuch-Klassiker in Leipzig

Leipzig. „Achtung Filmaufnahmen“ warnt ein Schild in einer Seitenstraße in Leipzig. Hinter den Absperrungen tobt in einer alten Villa eine Kindergruppe im Scheinwerferlicht. In dem Gebäude wird unter Leitung von Regisseur Tom Wiegand mit „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner (1899 1974) der Klassiker der deutschen Kinderbücher verfilmt (www.kaestnerfuerkinder.net).

Die Produzenten Uschi Reich und Peter Zenk wollen damit an die erfolgreichen Verfilmungen der Kinderbücher „Emil und die Detektive“ und „Pünktchen und Anton“ von Kästner in den vergangenen Jahren anknüpfen. An über 50 Drehtagen arbeitet man in Leipzig, Schulpforta bei Naumburg und in Studios in München bei einem Budget von fünf Millionen Euro.

Die Produzenten haben Leipzig als Handlungsort gewählt, weil der gebürtige Dresdner Kästner selbst in der sächsischen Messestadt gelebt und gearbeitet hat. „Außerdem bot sich der Thomanerchor mit seinem Gymnasium und dem Internat als Handlungsort an“, sagte Reich. Der Thomanerchor sei mit seinem Alumnat ein Ort, wo begabte Jungen ohne Berücksichtigung ihrer Herkunft aufgenommen werden. Das Internat entspreche damit Kästners sozialen Vorstellungen.

Die Ansprüche an die dritte Verfilmung des Stoffes sind groß, weil die Verfilmungen von 1954 mit Paul Dahlke und 1973 mit Joachim Fuchsberger als Internatsleiter Justus Bökh große Erfolge waren. Diesmal spielt Ulrich Noethen den Lehrer mit einem großen Herz für die Sorgen der Kinder, die ohne Eltern ihr Leben im Internat meistern müssen. Noethen selbst hat die Rolle gereizt, weil er alle Kästner-Bücher gelesen hat und die moderne Drehbuchfassung von Henriette Piper und Hermine Kunka ihn ansprach. Außerdem konnte er bei den Dreharbeiten den Thomanerchor bei einem Konzert dirigieren.

Auch Sebastian Koch sagte für die Rolle des „Nichtrauchers“ sofort zu. Für die Rolle fühlt er sich unter anderem geeignet, weil er seit einem halben Jahr auf den Nikotinkonsum verzichtet.

Die eigentlichen Stars der Neuverfilmung sind aber die Kinder, die bei Castings aus 1000 Bewerbern ausgewählt wurden. Die Rolle der Hauptfigur Jonathan spielt der zwölfjährige Hauke Diekamp aus Kästners Heimatstadt Dresden. Ihm zur Seite stehen Philipp Peters-Arnolds als Martin, Hans Broich Wuttke als schmächtiger Uli, Francois Göske als Kreuzkamm junior und Frederick Lau als Kraftprotz Matz.

Die zwölfjährige Regisseurs-Tochter Teresa Vilsmaier spielt als Anführerin der Externen die Gegenspielerin der Internatskinder. Die Rolle der Mona wurde von den Drehbuchautoren in Abweichung gegenüber Kästners Original eingeführt, damit auch ein Mädchen im Film eine Rolle spielt.

Wie wichtig die Verfilmung für den künftigen Erfolg des Kinderbuches sein kann, zeigte eine Befragung bei den elf- und zwölfjährigen Darstellern. Keiner hatte „Das fliegende Klassenzimmer“ vor den Dreharbeiten gelesen. Pfiffig sagte Hauptdarsteller Hauke Diekamp alias Jonathan, er hätte das Buch ganz bestimmt gelesen, wenn er den Film vorher gesehen hätte.

Diese Abhängigkeit der Kinderliteratur von Film und Fernsehen kann das Produzentenpaar bestätigen. Der Erfolg des Spielfilms „Emil und die Detektive“ hatte den Absatz des gleichnamigen Kästner-Buches deutlich angekurbelt.

So kann der Verlag bei der Vorstellung des neuen Films in der Weihnachtszeit auch auf reißenden Absatzes des „Fliegenden Klassenzimmers“ hoffen. Eine neue Generation könnte damit den Zauber der turbulenten Irrungen und Wirrungen um ein Internat und ein Jahrzehnte lang getrenntes Freundespaar für sich entdecken.



FRANK BRAUER

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