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Klassik in der Kunsthalle

Rostock Klassik in der Kunsthalle

1987 wurde Bert Morgenstern (53) Vorspieler am ersten Pult der zweiten Violinen bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock — und er gründete ein Streichquartett, ...

Rostock. 1987 wurde Bert Morgenstern (53) Vorspieler am ersten Pult der zweiten Violinen bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock — und er gründete ein Streichquartett, das „Morgenstern-Quartett“, das durch seine kontinuierliche Konzerttätigkeit bis heute zu einer unverzichtbaren Säule des Musiklebens der Hansestadt geworden ist. Am Beginn der aktuellen Saison zog Morgenstern sich ans hintere Pult zurück und machte Platz für eine jüngere Vorspielerin. Das Quartettspielen aber lässt er nicht.

Am Sonntag gab er mit seinen Kollegen — der Geigerin Bettina Goffing (42), dem Bratscher Martin Poetsch (43) und dem Cellisten Henning Ladendorf (39) — in der Kunsthalle das obligatorische jährliche Kammerkonzert. Wiederum bestätigte sich ihre grundehrliche, authentische Musizierweise, ohne den Druck zur Hochpolitur, aber genau und in guter Abstimmung, ohne Attitüde und vordergründige Effekte, sondern mit einem intensiven Gestaltungswillen, der immer in der Spur der Werke bleibt — jeder Bogenstrich bedacht, mit kontrollierter Expressivität und von hoher Erlebniskraft. Mit einer Programmgestaltung, die sich keine ausweichende Bequemlichkeit gestattet.

Höhepunkt war zweifellos das Streichquartett Nr. 10 (1964) von Dmitri Schostakowitsch, das sechste der 15 Streichquartette des Komponisten, das von ihnen aufgeführt wird: ein Werk, das in seiner Leidens- und Schmerzerfahrung die Signatur seines Jahrhunderts trägt, von den „Morgensterns“ mit all ihrer Schostakowitsch-Vertrautheit beklemmend und erschütternd musiziert.

Vorbereitet durch das Streichquartett Nr. 15 d-Moll KV 421 (1783) von Wolfgang Amadeus Mozart, dessen düstere Moll-Stimmungen in einer sorgfältigen Balance zwischen klassischer Geschmeidigkeit und deklamatorischem Leidenspathos gestaltet wurden — aufgefangen mit dem abschließenden Streichquartett F-Dur op. 96 (1893) von Antonín Dvorák, gespielt in einer wehmütigen, naturnahen Besonntheit.

OZ

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