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Kultur Klavier-Marathon im olympischen Geist
Nachrichten Kultur Klavier-Marathon im olympischen Geist
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00:00 26.08.2016
Matthias Kirschnereit, Lilit Grigoryan und Clara Mijung Shin (v.l.) gestalten den Klaviermarathon. Quelle: Dietmar Lilienthal

Die legendäre portugiesisch-brasilianische Pianistin Maria João Pires (72) sollte Gastdozentin beim Sommercampus der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT) sein. Ihr Auftritt beim „Klaviermarathon“, dem Orchesterkonzert Mittwoch wäre ein singuläres Glanzlicht gewesen. Aber sie zog sich eine Rippenverletzung zu und musste absagen.

Abschlusskonzert Sommercampus mit Matthias Kirschnereit und der Norddeutschen Philharmonie, heute 19.30 Uhr im Katharinensaal der HMT.

Meisterpianisten mit Matthias Kirschnereit, Lilit Grigoryan und Mijung Shin am 27. August ab 16 Uhr, Konzertkirche Neubrandenburg.

So hatte das Konzert statt des einen Höhepunktes zwei. Klavierprofessor Matthias Kirschnereit (54) spielte das Klavierkonzert g-Moll op. 25 (1831) von Mendelssohn, eine „schnell hingeworfenes Dings“, wie es der Komponist charakterisierte. Maria João Pires hatte das Konzert für zwei Klaviere Es-Dur KV 365 (1779) von Mozart spielen wollen, mit ihrer Schülerin und Klavierpartnerin Lilit Grigoryan (30), die bei Kirschnereit ihr Studium absolviert hat. Jetzt war die junge koreanische Pianistin Mijung Shin eingesprungen. Vielleicht kein vollwertiger Ersatz, aber schön war es doch, das lustvolle, perlende Wechselspiel der beiden, in dem Lilit Grigoryan noch einen Pires-Widerschein spürbar machte. Die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter Wojciech Rajski (68) begleitete diese Konzerte mit aufmerksamer Routine, wie auch jene, die sie umrankten und in denen sich Teilnehmer des Kirschnereit-Meisterkurses als Solisten präsentierten. Das wunderbare d-Moll-Konzert KV 466 von Mozart mit seinem olympischen Gleichgewicht von Leichtigkeit und Gedankentiefe, von Daria Parkhomenko und Vasyl Kotys noch nicht ganz in dieser Balance getroffen. Dazu das Rondo aus Beethovens c-Moll-Klavierkonzert, von Camille Sublet mit manch überraschender lyrischer Beruhigung versehen.

Heinz-Jürgen Staszak

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