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Kultur Klavierbauer schwören wieder auf Filze aus Wurzen
Nachrichten Kultur Klavierbauer schwören wieder auf Filze aus Wurzen
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00:00 10.05.2016
Wurzen

. Filz aus Wurzen sorgt mit für den Klang unzähliger Klaviere in aller Welt. Klavierhersteller und ihre Zulieferer wissen um die Güte der Textilie aus der Kleinstadt bei Leipzig, ob Steinway, Schimmel, Blüthner oder Steingraeber & Söhne. Nach der Wende drohte der sächsischen Traditionsfirma fast das Aus, denn viele Abnehmer waren zu DDR-Zeiten unzufrieden mit der Qualität geworden. „Ein altes Rezeptbuch und ein Anruf haben uns gerettet“, erinnert sich Jack Brand, dessen Vater nach dem Ende der DDR die Filzfabrik Wurzen 1991 kaufte.

Eigentlich hatte der eine andere Fabrik im nahe gelegenen Oschatz wieder in Familienbesitz bringen wollen, doch das war fehlgeschlagen.

Der entscheidende Anruf kam aus der Louis Renner GmbH & Co KG Gärtringen (Baden-Württemberg), die Mechanik für Klaviere herstellt und weltweit liefert. „Zwei früheren Geschäftsführern kam damals zu Ohren, dass Wurzen privatisiert ist und wieder nach alten Rezepturen arbeiten will“, sagt Geschäftsführer Clemens von Arnim. So habe sich seine Firma Anfang der 1990er Jahre entschlossen, wieder mit den Sachsen zu kooperieren: Hammerköpfe aus Gärtringen und darüber gespannte Filze aus Wurzen. Beide Firmen arbeiteten seitdem ständig an der Verbesserung der Qualität.

Das Rezeptbuch brachte ein Produktionsleiter, der es über die DDR-Zeiten gerettet hatte. Darin steht, welche Sorten Schafwolle für Filz verwendet, wie sie gekämmt, gedämpft und zugeschnitten werden muss. Die Rezeptur hatten zwei gelernte Hutmacher bereits im Jahre 1847 in der damaligen Pianofortefabrik J. D. Weickert kreiert. Der Vorzug ihres Filzes lag darin, dass er aus einem Stück bestand. Für den Klang der Instrumente ist das wichtig. Die Erfindung der beiden Handwerker machte weltweit Furore, die Nachfrage renommierter Klavierbauer stieg ständig. „Anfang der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts gingen jährlich Filze für etwa 200 000 Klaviere in alle Welt“, erzählt Brand.

OZ

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