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Kultur Kleid lag zwei Monate im Toten Meer
Nachrichten Kultur Kleid lag zwei Monate im Toten Meer
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00:00 01.09.2016
Die Fotos zeigen die Verwandlung des Kleides. Quelle: Studio Sigalit Landau/dpa

Tel Aviv. Die israelische Künstlerin Sigalit Landau hat ein schwarzes Kleid zwei Monate im Toten Meer versenkt. Mit der Zeit setzten sich Salzkristalle auf dem Stoff ab und verwandelten es in ein schneeweißes, starres Gebilde, das Landau „Salzbraut“ getauft hat. Bilder des bizarren Kunstobjekts sind bis 3. September in der Ausstellung „Salt Bride“ des Marlborough-Museums in London zu sehen.

Acht Aufnahmen des Fotografen Jotam From zeigen die Verwandlung des Kleids, das einem traditionellen Gewand strengreligiöser Jüdinnen nachempfunden ist. „Die Alchemie des Meeres verwandelt das schlichte Gewand mit der Zeit von einem Symbol des Todes und des Wahnsinns in das Brautkleid, das es ursprünglich sein sollte“, hieß es. Das Tote Meer (hebräisch: Salzmeer), im Grenzgebiet zwischen Israel, dem Westjordanland und Jordanien, ist das salzhaltigste Binnengewässer am tiefsten Punkt der Landfläche der Erde. Die Künstlerin sieht das Tote Meer als magischen Ort. Der Besuch sei „wie ein Treffen mit einem anderen Zeitsystem, einer anderen Logik, einem anderen Planeten“, sagt sie. „Es sieht aus wie Schnee, wie Zucker, wie die Umarmung des Todes; feste Tränen, wie eine weiße Hingabe an Feuer und Wasser zugleich.“

Die 47-Jährige studierte in Philadelphia und London und lebt nun in Tel Aviv. Die Video- und Installationskünstlerin macht mit Aktionen auf der Biennale in Venedig oder der documenta in Kassel auf Themen wie Gewalt, Unterdrückung oder ökologische Probleme aufmerksam.

OZ

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