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Kultur „Kleider machen Leute“ im Klangrausch
Nachrichten Kultur „Kleider machen Leute“ im Klangrausch
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00:00 11.03.2013
Eine Szene aus der Komödie „Kleider machen Leute“. Quelle: Gunnar Lüsch
Stralsund

Das Theater Vorpommern in Stralsund hat vorgestern mit der Inszenierung der Musikalischen Komödie „Kleider machen Leute“ dazu eine Zugangsmöglichkeit geboten. Das Stück basiert auf Gottfried Kellers gleichnamiger Novelle, erweist sich allerdings in vorliegender Zweitfassung (1922) als ausgedünnt und wichtiger Hintergründe wie innerer Motivationen beraubt. Eine faszinierende, harmonisch raffinierte und melodisch betörende Musik jedoch gleicht solche Defizite aus. Wohl dieser Bedeutung wegen sitzt das Orchester, nunmehr klangfülliger, auf offener Hinterbühne. Für die wenig raumgreifende Geschichte vom armen Schneiderlein, das man in schweizerischer Kleinbürgerlichkeit für einen polnischen Grafen hält und am Ende blamiert ist, genügen Vorbühne und einige vielseitig verwendbare Sitzwürfel. Und so sind — auch wegen schwieriger Textverständlichkeit — etwas Fantasie und auch Vorkenntnisse gefragt, um die darstellerisch ansonsten komplikationslos und glaubhaft durchgearbeitete Inszenierung Horst Kupichs im Detail nachvollziehen zu können.

Originell, die große Schlusspantomime als Puppenspiel (Dirk Löschner) zu gestalten. Weniger überzeugend — nicht zuletzt in der musikalischen Bearbeitung — gelingt der Prolog. Und die in Stücklänge ständig mit Briefmarken — Symbole kleinbürgerlicher Spießigkeit? — hantierenden und sich mittels kollektiven Abschleckens der klebrigen Rückseiten in Rauschzustände (!) versetzenden Honoratioren:

eine tragfähige Idee? Da hat die das Ganze umfassende „szenische Sinfonie“ (Dramaturgin Katja Pfeifer) schon eher etwas für sich. Und im Musikalischen liegt ganz sicher die Stärke der Aufführung: ein Dutzend bester Stimmen — hervorzuheben Bragi Bergthorsson als Schneider Strapinski und Liubov Belotserkovskaja als Nette —, der wieder ausgezeichnete Opernchor (Anna Töller) und eine Philharmonie, der GMD Golo Berg alle Farbigkeit und Klangintensität einer meisterlichen Partitur abgewann. Ekkehard Ochs

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