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03:33 13.07.2013
Robert Dämmig zeigt die Collage „Synthese einer Inflation“ (1923) von Edmund Kesting.

Im Vorfeld der 39. Ahrenshooper Kunstauktion sind derzeit alle Werke zu sehen, die am 3. August versteigert werden. „Wir haben 140 Stücke ausgestellt, mit Plakaten sind es noch ein bisschen mehr“, so Robert Dämmig, Mitarbeiter der Ahrenshooper Kunstauktionen GmbH. Einmal im Jahr kommt hier Kunst unter den Hammer — ein sehr interessanter Anlaufpunkt für Käufer, im Vorfeld aber auch für Verkäufer. „Sobald eine Auktion gelaufen ist, bekommen wir bereits die ersten Angebote für die nächste Versteigerung“, erklärt Dämmig.

Zu sehen ist die aktuelle Ausstellung an zwei Orten in Ahrenshoop — in der Strandhalle und im Kunstkaten. Dort bietet sich dem Besucher im Wortsinne ein bunter Bilderreigen dar, vom Ende des 19.

Jahrhunderts bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Thematisch wird die Schau in folgende Formel gefasst: „Tradition und Moderne in der Künstlerkolonie“, sie gruppiert sich also thematisch rund um die Ahrenshooper Künstlerkolonie. Das sind meist Landschafts- und Stadtansichten, aber auch Stillleben und Akte.

Immer wieder gelangen im Vorfeld der Auktion kleine Schätze ans Tageslicht. Besonders stolz ist Robert Dämmig in diesem Jahr auf „Synthese einer Inflation“ von Edmund Kesting (1892-1970) oder auch „Ländliche Elegie“ von Alfred Partikel (1888-1945). Viele klangvolle Namen sind im Ausstellungskatalog zu lesen — Hermann Max Pechstein, Lyonel Feininger, George Grosz und natürlich Paul Müller-Kaempff. Für den Besucher ist die Ausstellung eine interessante Entdeckungsreise. Viele der Werke atmen den Geist einer vergangenen Zeit oder eines idyllischen Ortes, so wie Elisabeth von Eickens (1862-1940) Ölgemälde „Herbstlicher Wald“ von 1895.

Und was kosten die Bilder? „Wir haben die Preise so festgelegt, dass eine Auktionsdynamik nach oben möglich ist“, so Robert Dämmig. Die meisten Startgebote liegen im Katalog im mittleren vierstelligen Bereich. Die Werke kommen aus Privathand — und landen meist wieder in Privathand. Verschwinden die Bilder dann in Sammlungen? „Nein, wir bitten den Käufer in der Auktion oft darum, dass er die Werke wieder für Ausstellungen zur Verfügung stellt“, so Dämmig. Auf diese Weise sollen wichtige Kunstwerke auch künftig der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 2. August im Kunstkaten Ahrenshoop (Strandweg 1) und in der Strandhalle Ahrenshoop (Dorfstraße 16 b), beide sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Auktion geht am 3. August um 19 Uhr in der Strandhalle Ahrenshoop über die Bühne.

Kolonie Ahrenshoop
Am Ende des 19. Jahrhunderts gründeten die Maler Paul Müller-Kaempff, Fritz Grebe, Thuro Balzer, Friedrich Wachenhusen, Oskar Frenzel und Theobald Schorn eine Künstlerkolonie und Malschule in Ahrenshoop. Zu der Kolonie gehörten auch Louis Douzette, Elisabeth von Eicken, Hugo Müller-Lefensdorf, Anna Gerresheim, Carl Rathjen, Doris am Ende, César Klein, Dora Koch-Stetter und Arnold Lyongrün. Die Künstlerkolonie Ahrenshoop hatte bis 1914 Bestand.

Im Jahr 1911 verbrachten Marianne von Werefkin und Alexej Jawlensky, die der Neuen Künstlervereinigung München angehörten, ihre Ferien an der Ostsee. Sie wohnten in Prerow in der ehemaligen „Villa Seestern“ und besuchten Ahrenshoop. Marianne von Werefkin verewigte ihren Aufenthalt im Gemälde „Die Steilküste bei Ahrenshoop“. Zu jener Zeit hielt sich auch der Brücke-Maler Erich Heckel mit der Tänzerin Sidi Riha im „Landhaus Dorneneck“ in Ahrenshoop auf.

Thorsten Czarkowski

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