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Körper- und Lebenskultur: Vom Glück der Genussläufer

Uii7 Körper- und Lebenskultur: Vom Glück der Genussläufer

Helmut Hochmuth stellt Buch über die „Hinterherläufer“ vor.

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Helmut Hochmuth, der frühere Organisator der Rostocker Marathonnacht.

Quelle: OZ-Archiv

Rostock Laufsaison ist ja immer. Trotzdem werden demnächst wieder besonders große Heerscharen von Läufern unterwegs sein. Rechtzeitig zum neuen Frühjahrslaufboom stellt der Rostocker Dr. Helmut Hochmuth heute Abend in Rostock eine originelle Quintessenz seines bisherigen Läuferlebens vor. „Schattenläufer auf der Sonnenseite. Der Rennsteig(lauf) und seine Hinterherläufer“ heißt das Buch des Mitbegründers und langjährigen Leiters der Rostocker Marathonnacht. Darin bricht der 58-Jährige eine Lanze für all jene, die nie auf die Siegertreppchen drängen (können) und dennoch fleißig weiterlaufen — aus Spaß an der Bewegung, wegen der Gesundheit oder aus Lust am grenzüberschreitenden Abenteuer. Eine nette Schrift gegen den Mainstream, dessen verschrobenes Sportverständnis schon Zweitplatzierte als Verlierer zu bemäkeln pflegt.

Nach eigenen Marathonerfahrungen mit unter dreieinhalb Stunden als 39-Jähriger hatte Hochmuth für sich beschlossen, nicht mehr verbissen auf noch mehr Tempo zu drücken, sondern mit mehr Ruhe und mehr Ausdauer größere Distanzen zu laufen. Er machte sich an die lange Strecke des Rennsteiglaufs: 72,7 Kilometer Supermarathon — in rund 12 Stunden. In seinem Buch schuf er dazu für sich und die vielen unbekannten Mitläufer dieser Welt, durch deren Startgebühren erst die Laufveranstaltungen zu profitablen Großereignissen werden, den Mythos vom „Hinterherläufer“. Der ist besonnen, hält maß mit seinen Kräften, versteht sich als Genussläufer.

„Ausdauer ist konzentrierte Geduld“, zitiert Hochmuth den Schotten Thomas Carlyle. Viel Geduld verlangt er auch seinen Lesern ab. Das Buch wird zum Lektüre-Supermarathon, ein oft kauziger Mix aus Tagebuch und Reflexion, Tipps, Zitaten, Rezepten, Hymnen auf den Rennsteig oder den geheimnisvollen „Schleim“, der dort in jedem Mai zum Überlebensfaktor für die Läufer wird. Manche Perle enthält das Buch, z.B. den „Marathonvolksmund: Wenn es einfach wäre, hieße es ja Fußball.“ Ganz einfach ist es also nicht, Spaß macht das Buch trotzdem.Helmut Hochmuth: „Schattenläufer auf der Sonnenseite“, 480S., 19,95 Euro.

Lesung heute, 20.15 Uhr, Universitäts-

buchhandlung Hugendubel, Rostock

Dietrich Pätzold

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