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Kultur Kontrast der Handschriften
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00:00 14.04.2016

Seit 2013 gibt‘s „addition“ bereits, aber die drei beteiligten Künstler kennen sich schon wesentlich länger, es sind Uta Ruppert, Helga Manowski und Josef A.

Kutschera. Gemeinsame Ausstellungen der drei Künstler gab‘s zuvor unter anderem in Bützow und Wismar — für die jetzige Schau im Schleswig-Holstein-Haus hatte sich „addition“ beworben und den Zuschlag erhalten.

Bislang waren die „addition“-Ausstellungen durch eine gemischte Präsentation der Werke der Künstler gekennzeichnet, woraus sich auch Spannungen oder Gegensätze ergaben. „Da haben wir uns untereinander abgestimmt, wie die Werke zu hängen sind“, erläutert die Malerin Uta Ruppert.“

In der Schweriner Ausstellung sind die räumlichen Bedingungen etwas anders: Da im Galeriebereich des Schleswig-Holstein-Hauses drei größere Räume zu Verfügung stehen, lag folgende Lösung nahe: Uta Ruppert, Helga Manowski und Josef A. Kutschera haben jeweils einen Raum mit ihren Werken bestückt.

So geschieht es nun, dass die Künstler Spannungen und Kontraste innerhalb der Anordnung der eigenen Werke erzeugen. Ohnehin sieht Josef A. Kutschera die Überraschung für den Besucher in der Ausstellung als wichtiges Moment. „Wenn der Betrachter hier von Bild zu Bild geht, sollte sich im Nebeneinander schon immer etwas Spannendes ergeben.“ Kutschera, der als Gestalter und bildender Künstler in Sanitz lebt, zeigt in Schwerin abstrakte, aber oft sehr farbenfrohe Werke. „Aus der Fläche heraus soll etwas entstehen“, erklärt Kutschera. Und richtig räumlich wird‘s dann in seinen „Faltungen“ — die Kleinplastiken stehen in allen drei Räumen und sind damit ein verbindendes Element innerhalb der Ausstellung.

Die Rostocker Malerin Uta Ruppert lässt ihre Werke gern intuitiv entstehen und überlässt die Deutung dem Betrachter. Hin und wieder gibt‘s in den Werkbezeichnungen kleine Fingerzeige, so wie bei den Acrylarbeiten „Aufgebrochen“ oder „In Bewegung“, doch Assoziationen bleiben eigentlich offen. Uta Ruppert liebt in ihren Arbeiten auch das Zarte und ein wenig Nebulöse, das dann aus ihren Werken aufsteigt — so wie in „Atmosphären“. Die Inspiration der Malerin kommt aber auch aus der konkreten Lebensumwelt, aus dem Verfall preisgegebener Gebäude beispielsweise, die sich in stark verfremdeter Form im Motiv wiederfinden.

Bei Helga Manowski ist die Darstellung viel konkreter, viele der jetzt in Schwerin gezeigten Arbeiten sind in der Hochschule für Musik und Theater Rostock entstanden. Sie heißen „Der lange Weg zum Ziel“ oder „Haltlos“ und frieren sozusagen die Bewegungen der jungen Schauspielstudenten ein. „Ich möchte das Körperliche zum Ausdruck bringen“, sagt Helga Manowski, die Malerin und Grafikerin lebt in Prebberede.

So sind in Schwerin die Arbeiten von drei Künstlern zu sehen, die sich zwar im Geiste ähnlich sind, doch in ihren künstlerischen Handschriften unterscheiden.

Von Thorsten Czarkowski

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