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Kraftvolle Bässe und melancholischer Gesang

Rostock Kraftvolle Bässe und melancholischer Gesang

Die Elektropopband Hundreds hat am Sonnabend in Rostock ein Release-Konzert zum neuen Album „Wilderness“ gegeben

Rostock. In MV haben Eva und Stephan Milner nicht nur familiäre Wurzeln, sondern auch viele Fans. Das zeigte sich am Sonnabend, als rund 300 von ihnen das Rostocker Peter-Weiss-Haus füllten. Wer das musikalische Geschwisterpaar bereits im vergangenen Jahr live in der Rostocker Heiligengeistkirche erlebt hatte, der musste sich allerdings auf ein Kontrastprogramm einstellen. Denn anders als 2015, als Hundreds ganz minimalistisch ohne technischen Schnickschnack auf Akustik-Tour ging, ist 2016 ein bombastischeres Programm angesagt. „Wir wollten unsere technoide Seite ausreizen“, hatte Eva Milner im Vorfeld des Konzerts in einem OZ-Interview gesagt. Und sie reizten sie aus: Mit tiefen, kraftvollen Bässen, vielschichtigen sphärischen Klängen, kombiniert mit Evas klarem, oft melancholischem Gesang, sorgten die Milners und ihr Schlagzeuger Florian Wienczny für ein intensives Live-Erlebnis.

Thematisch geht es auf dem neuen Album vor allem um die Zerstörung der Natur durch den Menschen. Gleich der erste Song des Abends, der dramatisch klingende Titelsong „Wilderness“, ging hierauf ein.

Eva Milner nimmt hier die Perspektive der Mutter Natur ein und singt: „Step into my wilderness / a deathless time you stay“ (dt.: „Betrete meine Wildnis und bleibe dort ewig“). Im Hintergrund der Bühne liefen Video-Installationen auf Leinwänden, die teilweise mehr ausdrückten, als es Worte der Künstler könnten. So verzichteten die Musiker während des Konzerts auch auf Erklärungen zu ihren Stücken und ließen einfach ihre Musik wirken.

Und die wirkte. Nahezu in Bann zog die Band ihre Zuhörer vor allem mit dem Song „What Remains“. Wie im Titelsong geht es auch hier um die in weiten Teilen der Welt und vor allem Deutschlands längst nicht mehr unberührte Natur und die daraus entstehenden Konsequenzen. „What remains is always nothing“ heißt es im Song (dt.: „Am Ende bleibt oft nichts übrig“). Im Hintergrund ist auf der Leinwand mal eine Schlange zu sehen, die sich selbst auffrisst, mal Säbel, die von der Decke zu fallen scheinen. Es war ein Gesamtkunstwerk, was da auf der Bühne kreiert wurde.

Neben Songs der neuen Platte stimmten Hundreds auch ältere an, etwa „Rabbits On The Roof“ vom Album „Hundreds“ oder als Zugabe „Grab The Sunset“ der gleichnamigen Platte. Als letzte Zugabe zeigten Philipp Milner und der Schlagzeuger Florian Wienczny, wie tanzbar und wie vielschichtig ihre Musik auch ohne Gesang klingt.

Nele Baumann

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