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Kultur Krößner auf Puccinis Fährte
Nachrichten Kultur Krößner auf Puccinis Fährte
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00:00 26.04.2017
Schauspielerin Renate Krößner kommt in diesem Sommer nach Rostock und spielt in der Halle 207. Quelle: Foto: Sandra Bergemann

Als Solo Sunny im gleichnamigen Defa-Film wurde sie einst bekannt, berühmt – und beliebt. Für ihre Rolle einer einfachen Arbeiterin, die den Schritt zur Sängerin einer Band wagt und dabei ihrer Neugier, dem Eigensinn und ganz eigenen Lebensträumen folgt, wurde Renate Krößner 1980 als erste DDR-Schauspielerin überhaupt mit einem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnet.

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Renate Krößner wird Stargast beim Volkstheatersommer in Rostock / Die als „Solo Sunny“ berühmt gewordene und aus zahlreichen Krimis bekannte Schauspielerin mimt eine Ermittlerin im Opernkrimi um den Komponisten Giacomo Puccini

Jetzt macht sich die Schauspielerin in Rostock wieder auf die Suche nach Songs, diesmal nach Opernmelodien: Als Stargast am Volkstheater übernimmt sie die Sprechrolle der undercover ermittelnden Kommissarin Sigrid Hansen in der Kriminaloper „La Signora Doria“, die da im kommenden Rostocker Theatersommer in der Schiffbauhalle 207 höchst seltsame Entdeckungen zutage fördert und damit wie nebenbei durch einen bunten Strauß berühmter Opernarien von Puccini und Verdi führt.

Die große Frage dabei: Was war wirklich los 1909 im Hause des weltberühmten Komponisten Giacomo Puccini, als dessen misstrauische Ehefrau Elvira das keusche Dienstmädchen Doria Manfredi fälschlich als Geliebte des inzwischen gealterten Erotomanen verdächtigte, worauf Doria vergiftet aufgefunden wurde und Gattin Elvira nur durch üppige Geldzahlungen einer Gefängnisstrafe entging? Ganz Europa soll sich damals an der Affäre um den 51-jährigen Erfolgskomponisten geweidet haben – nun löst das Volkstheater in seinem nach Sophia Motts Kriminalroman „Der Fall Doria“ entstehenden Sommerprojekt die offenen Fragen mit Puccinis Arien.

Für Renate Krößner wird dies das Rostock-Debüt, bisher war nur ihr Sohn, der Schauspieler Eugen Krößner, auf hiesigen Bühnen zu erleben. Und es wird gewissermaßen ihr Operndebüt. Erfahrungen als Kriminalistin hat die Schauspielerin aus zahlreichen Filmen, darunter „Tatort“, „Polizeiruf 110“ und ZDF-Formate. Aber die Figur der Kommissarin Sigrid Hansen, sagt sie, sei „anders als die Ermittlerrollen, die ich sonst gespielt habe: kein klassischer Bulle. Bei dieser Arbeit reizt mich ganz besonders die Mischung aus Oper und Schauspiel. Das wird ein Bühnenabenteuer, für mich und ganz bestimmt auch für die Zuschauer.“

Dass sie so eine Suche nach musikalischer Wahrheit neugierig, hartnäckig und eigensinnig gestalten kann, wissen wir seit dem Film „Solo Sunny“. Dort hielt ihre Figur, selbst als sie und die Band überwiegend alkoholselige Klubhaus-Partys mit Schunkel-Lärm zu beschallen hatten und so die tiefsten Niederungen der Unterhaltungsmusik auskosteten, an der Suche nach dem „eigenen Song“ fest.

Gespannt darf man sein, was solche Hartnäckigkeit jetzt in Bezug auf Puccinis Love-Storys herausbringt. Premiere der Kriminaloper ist am 10. Juni in der Schiffbauhalle 207.

Volkstheatersommer 2017

Die Schiffbauhalle 207 in Rostock wird Hauptspielstätte des am 10. Juni beginnenden Volkstheatersommers. Zwar gibt es gegenwärtig noch stadtpolitische Verbalscharmützel um die Mietnutzung des Gebäudes am Stadthafen durch das Theater, doch ihre Eignung als Sommerspielstätte hat die Halle schon einmal mehrere Jahre lang bewiesen.

„La Signora Doria“: Die Kriminaloper mit Musik von Puccini und Verdi hat am 10. Juni Premiere. Bis 22. Juli folgen neun weitere Vorstellungen.

„Rock’n’Rostock“: Das Tanztheaterspektakel hat am 17. Juni Premiere, elf weitere Vorstellungen bis 20. Juli.

Das 10. Philharmonische Konzert läuft dort am 18./19./20. Juni.

„Moby Dick“: Das Schauspiel nach Herman Melville hat nach der Premiere am 25. Juni 20 weitere Vormittagsvorstellungen bis zum 30. Juli.

Dietrich Pätzold

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