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Künstlerfamilie in alter Schmiede unter einem Dach

Wustrow Künstlerfamilie in alter Schmiede unter einem Dach

Kunstscheune zeigt Werke von Karin Zimmermann, Hans W. Scheibner und Anna Napp

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Expressives Spiel mit dem Pinsel: Das Bild „Vor dem Gewitter“ (Acryl auf Leinwand, 2015) von Karin Zimmermann.

Wustrow. Kreativität und Zuneigung ist es, was die Familie von Hans Scheibner eint. „Ich habe meiner Frau anfangs ein wenig beim Malen geholfen, sie hilft mir jeden Tag beim Leben“, sagt der Künstler. Was anmutet, wie eine Liebeserklärung, gilt Malerin Karin Zimmermann. Gemeinsam mit der Tochter, Bildhauerin Anna Napp, gestaltet das Paar die erste Sommerausstellung in der Kunstscheune Barnstorf. Dort werden bis zum 7. August insgesamt 60 Werke der drei Künstler gezeigt, darunter Malerei, Medaillen und Skulptur.

OZ-Bild

Kunstscheune zeigt Werke von Karin Zimmermann, Hans W. Scheibner und Anna Napp

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Inspirationen findet das kreative Trio oft direkt vor der Haustür. Seit 1978 leben Hans Scheibner und Karin Zimmermann im alten Schmiede- und Försterhaus in Maßlow. Dorthin verschlagen hat es die gebürtigen Sachsen durch einen Zufall. „1974 hatte ich meine erste Ausstellung in Leipzig. Eine Freundin von mir aus Ahrenshoop sah die Ausstellung und wollte sie dorthin holen. Aber ich habe alle Bilder verkauft und musste erst neue malen. Dazu hat sie mich nach Ahrenshoop eingeladen“, erinnert sich Scheibner. Seine Frau besuchte ihn regelmäßig. „Dabei haben wir uns in die Stürme der Ostsee verliebt“, sagt Scheibner. Heute teilt das Paar sein idyllisches Zuhause mit Tochter Anna Napp, die es nach ihrem Bildhauereistudium an der Burg Giebichenstein in Halle wieder nach Maßlow zog. Auch die Arbeit – Atelier an Atelier – scheint die Künstler zu inspirieren – zumindest eine der Techniken hat Anna Napp von ihrem Vater übernommen: Die Arbeit mit Drahtgestellen und geleimtem Papier.

Scheibner – über Jahre mit dem Theater verbandelt – stellte damit bereits zahlreiche Puppen und Köpfe her, modelliert inzwischen daraus Figuren wie seine 3,30 Meter hohe „Große Wilde“.

Tochter Anna nutzt das schnell formbare Material, um einen Stier oder filigranen Pferdewagen zu erschaffen. Rund 20 Werke von ihr sind in der Kunstscheune zu sehen, darunter Medaillen und Plastiken aus Beton, Gips, Keramik, Bronze und Holz. Inspiriert von den eigenen Islandpferden und dem verstorbenen Hengst eines befreundeten Bauern, hat die junge Künstlerin immer wieder das Pferd in Szene gesetzt – mal abstrahiert aus zusammengeklebten Tonstreifen, dann wieder detailgetreu in Bronze gegossen oder aus einem wuchtigen Holzklotz herausgearbeitet. Auch Oma Dora hat die Künstlerin mit Beton modelliert, dabei detailgetreu und liebevoll jeden Gesichtszug nachgezeichnet. „Sie hatte Alzheimer und lebte bei uns, ihr Schicksal hat Anna sehr berührt“, sagt Scheibner.

Auch der umtriebige Künstler schöpft Inspiration aus der Umgebung: „Ich habe erst auf dem Lande zu mir selbst gefunden. Wäre ich in der Stadt geblieben, hätte ich vielleicht nie gemalt“, sagt er heute. Denn: Er und seine Frau haben sich bereits an vielem versucht, dabei immer wieder neue Wege eingeschlagen. Scheibner, der bereits mit 18 Jahren mit Freunden ein Atelier hatte, war Schüler von Werner Tübke an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, arbeitete als Bühnenbildner, Puppenbauer, Regisseur und leitete zeitweise das Theater in Wismar. Die Theaterzeit hat auch seine Kunst inspiriert: Auf den Bildern, die er mit in die Kunstscheune gebracht hat – vorwiegend Portraits – hat er in Scheibner’scher Manier Schauspieler, Tänzer, Freunde und Vorbilder verewigt. Dabei weitet der Künstler, der eigentlich im Realismus verhaftet ist, seine Kunst hin und wieder bis ins Expressive aus.

Auch bei Karin Zimmermann finden sich Spuren der Vergangenheit: Vier Jahre lang arbeitete die studierte Modedesignerin für den „Verlag für die Frau“ in Leipzig – die Frauen auf ihren Bildern muten in ihren Bewegungen teilweise an wie Models. Zimmermann, die sich mit kräftigem Strich und expressiver Farbigkeit an Landschaften, Meer und Stadtmotiven abarbeitet, bringt die Motive aus Urlauben oder von Spaziergängen mit, baut ihre Bilder oft aus verschiedenen Eindrücken zusammen, die sie abstrahiert. „Ich freue mich, dass die Familie zusammen ausstellt“, sagt Gabriele Eymael, Betreiberin der Kunstscheune. „Es ist wirklich eine runde Sache geworden.“

Stefanie Büssing

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