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Künstlerische Arbeiten für Toleranz und Respekt

Rostock Künstlerische Arbeiten für Toleranz und Respekt

Am Kunstprojekt „Ship of Tolerance“ beteiligen sich auch Schüler aus Rostock

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In der Rostocker Kunsthalle beteiligt sich auch die Schülerin Hannah Schimanke (12), die in Warnemünde zur Schule geht, an der Mal-Aktion für Rücksichtnahme und Respekt.

Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal

Rostock. Ein wahrlich buntes Treiben war das am Donnerstag in der Rostocker Kunsthalle. 60 Schüler der 7. Klasse der Ecolea-Schule aus Rostock-Warnemünde beteiligten sich am Projekt „Ship of Tolerance“, das von den Künstlern Ilya und Emilia Kabakov initiiert wurde und ab 19. Mai auf der Warnow am Rostocker Stadthafen zu sehen sein wird. Dieses „Schiff der Toleranz“

ist aus Holz, über zwanzig Meter lang und erhält ein Segel, das aus 125 bemalten Segeltüchern zusammengesetzt wird. Zur Gestaltung der Segelfläche haben die Künstler für das Rostocker Projekt öffentlich aufgerufen – auch die Kinder aus der Ecolea-Schule wirken mit.

Hannah Schimanke hat sich mit ihrem Motiv lange beschäftigt. In einer vorher ausgearbeiteten Skizze hat sie sich die künstlerische Gestaltung genau überlegt, jedes Detail und jede Farbe hat ihre Bedeutung. Nun überträgt sie das Motiv auf das einen Quadratmeter große Segeltuch. „Das Yin-Yang-Symbol ist ja bekannt“, sagt Hannah leichthin. Sie hat es zur Grundlage ihrer Arbeit gemacht. Es symbolisiert eine widersprüchliche und vielfältige, aber natürlich auch zusammenhängende Welt. Die Farbe Weiß steht dabei übrigens für das „Quengeln auf hohem Niveau“, sagt Hannah Schimanke und zielt damit auf die vielen vermeintlichen Problemchen unserer Überflussgesellschaft.

Im Ergebnis ist auch der Grundgedanke des „Ship of Tolerance“ enthalten: Toleranz und Respekt gegenüber fremden Kulturen und Ideen sowie die Akzeptanz der Unterschiede. Diese Hauptbotschaft ist auch in einer Stadt wie Rostock zu verwirklichen, in der schließlich Menschen aus über 90 Nationen leben – das war der Ansatz der Künstler Ilya und Emilia Kabakov. Auch Magdalena Pabst, ebenfalls Schülerin der 7. Klasse in der Ecolea-Schule, hat ihren Vorentwurf in die Kunsthalle mitgebracht und setzt ihn um. Grundlage ist das allseits bekannte „Peace“-Zeichen der weltweiten Friedensbewegung – denn für Magdalena ist der Frieden nun mal die Grundlage für ein tolerantes und respektvolles Zusammenleben der Menschen.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich schnell für dieses Projekt begeistert. Angeleitet wurden sie bei ihren künstlerischen Gestaltungen von Museumspädagogin Stefanie Meyer. Und ihre Berufskollegin betreute den anderen Teil des Projekts: Theaterpädagogin Manuela Morlock leitete die Schüler bei der schauspielerischen Umsetzung des Themas Toleranz an. Denn die Auseinandersetzung damit verlief in zwei künstlerischen Bereichen. Neben der Gestaltung der Segelflächen bekamen die Schüler noch ein weiteres künstlerisches Betätigungsfeld. Im verglasten Innenhof der Kunsthalle lief die Beschäftigung mit dem Thema Toleranz auf schauspielerische Art. Hier wurden in kleinen Szenen die Gedanken der Toleranz und der Gewaltfreiheit in kleinen Szenen umgesetzt – und sozusagen auch körperlich verinnerlicht. „Zum Beispiel haben die Schüler hier Mobbingszenen nachgestellt, was natürlich in Schulen immer ein Thema ist.“ Damit wird die Sensibilität für das große Toleranz-Thema auch im Kleinen geweckt.

Auf diese Weise trägt die Kooperation zwischen Kunsthalle Rostock und dem Volkstheater Rostock Früchte. Und das ist noch längst nicht alles. Alle Rostocker sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Der nächste wichtige Termin: Am 24. Februar lädt das Volkstheater Rostock Mitmachwillige in den Malsaal der Theaterwerkstatt ein, um weitere Segelflächen für das „Ship of Tolerance“ zu gestalten. Im Jahr des 800. Rostocker Stadtgeburtstags sollen es 800 Motive werden – das ist das erklärte Ziel.

Weitere Informationen und Termine zum „Ship of Tolerance“ unter www.sot-rostock.de

Weltweites Mitmachprojekt im Rostocker Jubiläumsjahr

„Ship of Tolerance“

ist ein weltumspannendes Kunstprojekt des Künstlerehepaares Ilya & Emilia Kabakov. Es wird durch die Kunsthalle Rostock erstmals auch in Deutschland gezeigt.

Wer am Projekt teilnehmen möchte, kann Teil des internationalen Teams werden. Interessierte, die Lust haben, ein Segel zu bemalen (auch Schulklassen, Gruppen, Vereine und Einzelpersonen) sowie weitere Partner oder Sponsoren können sich in der Kunsthalle Rostock bei Museumspädagogin Stefanie Meyer unter Tel. 0381 / 381 70 14 oder per Mail: museumspaedagogik@rostock. de melden.

Thorsten Czarkowski

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