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Künstlerische Spurensuche

Ahrenshoop Künstlerische Spurensuche

Heisig, Tübke und Co: Mit der Ausstellung „Heimat. Kunst aus Sachsen“ entdeckt die Galeristin Sabine Peters-Barenbrock ihre ehemalige Heimat neu

Ahrenshoop. Was verbindet mich heute noch mit meiner Heimat? Wenn sich diese Frage eine Galeristin wie Sabine Peters-Barenbrock stellt, kann die Antwort nur Kunst lauten.

Ist ihr Studienort dann auch noch Leipzig, ergibt sich eine günstige Kombination: Die der künstlerischen Spurensuche im Umfeld einer der berühmtesten Malerschmieden Deutschlands. Unter dem Titel „Heimat. Kunst aus Sachsen“ zeigt die neue Ausstellung im Ahrenshooper Hotel „The Grand“ neben den Gründungsvätern der Leipziger Schule – Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig und Werner Tübke – auch Vertreter der zweiten und dritten Generation.

„Klang“ heißt das Ölgemälde von Arno Rink, das die Galeristin wie eine Art Wegweiser vor ihrer Galerie im Hotel aufgehängt hat. „Ich weiß nicht, ob sich Leute an dem Akt stoßen aber das ist mir wurscht“, sagt sie mit einem Lächeln. Das Bild – akribisch in der Technik, mutig in der Komposition – zeigt einen Frauenakt mit Früchtestilleben und Musikinstrumenten. Und es hat Symbolkraft. „Für mich steht es für die Entwicklung von Leben. Es gibt mir das Gefühl, da kommst du her, daher passt es gut zum Ausstellungsthema“, sagt die Galeristin.

Insgesamt 32 Arbeiten von elf sächsischen Künstlern sind in der Ausstellung zu sehen. Angefangen mit der ersten Generation der Leipziger Schule ist das ein spätes Werk von Bernard Heisig „Mädchen am Gartenzaun“ (2003), das im Vergleich zu Kriegs- und Revolutionsbildern des Künstlers oder der gesellschaftskritischen Symbolik von „Nachwendebildern“ wie „Fliegenlernen im Hinterhof“ fast banal wirkt. „Ich würde es als mildes Altersbild bezeichnen“, sagt die Galeristin. „Bei einem anderen Künstler würde es fast kitschig wirken, aber bei ihm zeigt sich in jedem Pinselstrich seine Expressivität und die dafür typische Farbigkeit.“

Landschaftsbilder und ein Stilleben von Wolfgang Mattheuer – frühe Werke die zwischen 1955 und 1961 entstanden sind – und das Bild „Strandfest“ (1997) von Werner Tübke stehen hingegen für die nüchterne Sachlichkeit, der zweiten Strömung der Leipziger Schule. Neben dem Ölbild Tübkes, das technisch akribisch ausgearbeitet seine Orientierung an den Malern der Renaissance zeigt, und fast so wirkt, als hätte man historischen Figuren heutige Gesichter eingesetzt, zeigt die Galeristin auch Bleistift- und Federzeichnungen des berühmten Malers. Liebevoll hat er in den Porträts jeden Schatten und jedes Detail herausgearbeitet. „Erst in einer Zeichnung offenbart sich der Künstler, zudem ist es ein schöner Gegensatz zu dem Ölbild“, sagt die Galeristin.

Zu sehen sind auch klassische Federzeichnungen von Arno Rink, die die Galeristin neben dem Werk von Heisig platziert hat und so auch optisch den Bogen zwischen erster und zweiter Generation der Leipziger Schule schlägt. Neben Arno Rink sind mit Barbara Burck, Ulrich Hachulla, Gero Künzel und Annette Schröter weitere Schüler von Heisig und Tübke vertreten. Michael Triegel,wiederum Schüler von Arno Rink und Leif Borges, Schüler von Annette Schröter und der jüngste beteiligte Künstler zeigen, dass die Ausstellung fast anmutet, wie ein großes Familientreffen. „Trotzdem haben sich die Schüler teilweise sehr konträr zu ihren Lehrern entwickelt“, sagt Peters-Barenbrock, die sich besonders über die junge Generation freut: „Das zeigt, dass es weitergeht. Und für mich ist die Ausstellung eine Möglichkeit, mein Leipzig wieder zu entdecken.“

Stefanie Büssing

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