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Kultur Künstlerisches Umkreisen einer Kultband
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00:00 24.03.2017
Wolfgang Schmiedt (Gitarre), Robert Beckmann (Gesang, Violine) und Jacqueline Boulanger (Stimme, v.l.). Quelle: Foto: Thorsten Czarkowski

Es war bereits die achte „Meuterland“-Ausgabe, die am Mittwochabend im Jugend-Alternativ-Zentrum über die Bühne ging. Im Mittelpunkt des Abends stand die Musik und die Geschichte der britischen Band Joy Division. So war dann auch der Abend betitelt: „The past is now part of my future – chaos, despair, doubt and fear – tribute to Joy Division“.

Tragender Teil dieser Performance waren die Erinnerungen, die der britische Musiker Peter Hook in seinem Buch „Unknown Pleasures: Inside Joy Division“ zusammengetragen hatte, das 2013 erschienen war.

Peter Hook war Bassist bei Joy Division und später Mitglied der erfolgreichen britischen Formation New Order. Hooks Schilderungen der Bandentstehung ließen die Anfangsjahre des britischen Punk plastisch vor Augen treten; es war auch das Großbritannien der Siebziger, das in den Alltagsbeschreibungen lebendig wurde. Und es ging natürlich um den prägenden Musiker von Joy Division: Das war Sänger Ian Curtis (1956-1980), dessen Freitod auch das Ende der Band besiegelte. Seither wird Curtis weltweit fast kultisch verehrt, auch der niederländische Regisseur Anton Corbijn, unter anderem bekannt durch seine Videos für Depeche Mode, hatte Ian Curtis mit dem Film „Control“ im Jahre 2007 ein filmisches Denkmal gesetzt.

In Rostock bekamen die Zuschauer also die Bandgeschichte aus der Sicht des Joy-Division-Bassisten Peter Hook. Gelesen wurden die Buchtexte in der Performance von Jacqueline Boulanger, die man sonst als Sängerin kennt. Hier war sie also Leserin, sie hielt den Text lebendig und lieferte so den Rahmen für den musikalischen Teil des Abends. Dafür hatten sich Wolfgang Schmiedt (Gitarre) und Robert Beckmann (Gesang, Violine) zusammengetan, natürlich mit Songs von Joy Division. Das war der Part, in dem die Musik dieser Band lebendig wurde, bis zu ihrem Überhit „Love will tear us apart“.

Komplettiert wurde der „Meuterland“-Abend durch die Arbeiten des Künstlers Holger Stark, der in Rostock die Galerie Wolkenbank betreibt. Er arbeitete allerdings außerhalb der Bühne: Stark improvisierte seine Arbeiten, die sodann auf die Leinwand im Bühnenhintergrund übertragen wurden. Dabei griff Holger Stark zu ganz unterschiedlichen Mitteln, zum Beispiel der Malerei, der Collage und der Videokunst.

Die „Meuterland“-Performances sind ein seit März 2016 laufendes Projekt des Rostocker Künstlerkollektivs Klaus!, zu dem Ulrike Kretschmer und Robert Beckmann gehören. Die Folgen dieser Reihe werden mit wechselnden Gastkünstlern zu ganz unterschiedlichen Themen konzipiert, zu Gast waren bislang unter anderem der Schriftsteller Peter Wawerzinek oder Rammstein-Keyboarder Flake Lorenz.

Thorsten Czarkowski

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