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00:00 10.01.2001
Berlin

Mit Julian Nida-Rümelin (SPD) übernimmt heute ein Münchner Philosophie-Professor die Geschicke der Bundeskultur in Berlin. Der am 28. November 1954 geborene Sohn eines Münchner Bildhauers schaffte den Sprung in die Bundespolitik, nachdem sein Vorgänger Michael Naumann Mitte November überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte. Naumann ist seit dem 1. Januar Mitherausgeber und Chefredakteur der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“.

Der Einstieg Nida-Rümelins in die Kulturpolitik begann 1997, als ihn Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) für das Amt des Kulturreferenten bestellte. Zuvor hatte Nida-Rümelin die wissenschaftliche Laufbahn eingeschlagen. Nach dem Studium der Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft in München und Tübingen und einer Habilitation ging er als Gastprofessor an die University of Minnesota in die USA. Danach war er zwei Jahre Professor am Zentrum für Ethik in Tübingen bis er 1993 den Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Göttingen bekam.

Nida-Rümelin und der Bundeskanzler kennen sich schon länger: Als jüngster deutscher Philosophie-Professor in Göttingen focht Nida-Rümelin Mitte der 90er Jahre gegen die Sparpolitik des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Schröder im Hochschulbereich.

In seiner wissenschaftlichen Arbeit hat sich Nida-Rümelin unter anderem mit Fragen der Ethik und politischer Philosophie beschäftigt. Der neue Kulturstaatsminister gilt als Anhänger einer von der Kultur orientierten Bürgergesellschaft. „Die Menschen erwarten von der Kultur auch eine Art Sinnstiftung und einen Beitrag zum guten Leben“, lautet seine Maxime. Nida-Rümelin ist Anhänger des guten Lebens. Neben Vorlieben für einen guten Wein und gutes Essen hat der stets elegant gekleidete Philosoph ein besonderes Lebenselixier „Nachdenken“.



OZ

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