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00:00 16.02.2017

Fünf Jahre Villa Papendorf. Das ist rein rechnerisch eine halbrunde Sache, vom Jubiläumsprogramm mal wieder ein volles Pfund. Olav Killinger (48), Hamburger Reeder und Eigentümer der Villa, die er in den Familienbesitz zurückgeholt hat, sagt: „Das Programm 2017 geht zum fünften Geburtstag mit einem Dreierabend los. Ich find’ die Mischung lustig. Fünf Jahre – das muss man feiern.“

Der Mix, den Killinger vom 23. bis 25. Februar in seinem Papendorfer Salon anbietet, ist eine Zeitreise durch die Jahrhunderte der Kunst mit regionalen und internationalen Stars. Es startet am 23.

Februar mit dem Max Neissendorfer Trio und einem Swing- und Scat-Projekt. Am 24. Februar liest Hannelore Elsner die „Zeitreise“, eine Tour durch die Jahrhunderte in Wort und Musik, und wird begleitet von Sebastian Knauer am Klavier.

Das Finale des Jubiläumswochenendes bestreitet Matthias Kirschnereit, Klavierprofessor der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT), mit einem Programm aus Brahms, Händel, Clementi. Für Killinger geht die Reise durch die Salonkultur des 19. Jahrhunderts also munter weiter. Von den Zahlen her wäre „plusminus null“ für ihn das Ziel. „Aber da sind wir noch längst nicht,“ sagt Killinger. 2015 hatte die Villa 43 Veranstaltungen, 2016 waren es 35.

„Wir müssen sehen, dass das überschaubar bleibt“, sagt Killinger. Seit diesem Jahr plant er von September bis Dezember und von Februar bis Juli jeden Monat einen klassischen Konzertabend, dazu die Begegnungen im Salon mit Schauspielern. Dazu laufen außer der Reihe immer mal wieder Veranstaltungen mit Folk, Jazz oder Chanson. „Letztlich ist es unser Ziel, auf 20 Veranstaltungen jährlich zu kommen.“

In Rostock und Umgebung habe die Villa ein Stammpublikum entwickeln können, dazu kommen aber auch Besucher aus Lübeck, Leipzig oder Hamburg. Olav Killinger: „Wir haben Gäste, die aus Kopenhagen zu uns kommen. Die machen aber nicht hier Urlaub und nehmen nebenbei das Konzert mit, sondern kommen bewusst wegen des Konzerts und hängen noch drei Tage Urlaub dran. Das ist aber eher bei Klassik so, nicht bei Schauspielern.“

Das Besondere in der Konzertvilla sei die familiäre Atmosphäre. Da gab es zum Beispiel das Konzert des holländischen Cellisten Pieter Wispelwey mit Erklärungen zur Cellogeschichte. Anschließend habe ein Gast am Kamin gesagt, er würde Benjamin Britten nicht verstehen. Da habe Wispelwey das Cello wieder ausgepackt, für diesen Gast Benjamin Britten gespielt und ihm die Musik erklärt. Oder die Lesung mit der Schauspielerin Marie Bäumer, die sich anschließend mit einem Glas Wein zwischen die Gäste gesetzt und fröhlich über Gott und die Welt, Schauspielerei und das Leben in der Provence geplaudert und zum Schluss gemeinsam mit Musikern, Gästen und Mitarbeitern der Villa in der Küche Spaghetti gegessen habe.

In diesem Jahr bietet die Villa im März und April Konzerte von Tabea Zimmermann (Violine) und Dénes Várjon (Klavier), das Cello-Festival, die Echoes of Swing und den nordirischen Pianisten Barry Douglas mit Brahms, Schubert und Mussorgski. Ende April liest der Wiener Burgschauspieler Christian Dickel Stefan Zweigs „Sternstunden der Menschheit“, begleitet von Julia Botschkowskaja am Klavier – anschließend kocht Sternekoch Tilmann Hahn österreichische Spezialitäten.

Ab Mai treten der Jazzpianist Markus Becker, die Klassikpianistinnen Ragna Schirmer und Anna Vinnitskaya, die Schauspieler Esther Schweins, Hanns Zischler, Dominique Horwitz und Sebastian Koch auf, der aus Dostojewskis „Der Spieler“ lesen und von Stefan Vladar am Klavier begleitet wird. 13 Salon- und Gala-Abende im ersten Halbjahr. Ob Killinger da für 2017 mit 20 Konzerten hinkommt, ist bei der Begeisterung des Unternehmers für Kultur eher fraglich.

Michael Meyer

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