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00:03 16.05.2018
Verwandelt Fundstücke in Kunstwerke: Anka Kröhnke vor ihren Arbeiten im Atelierhaus Rösler-Kröhnke FOTOS (4): DIETMAR LILIENTHAL

Kühlungsborn Von ihrem Atelierhaus kann Anka Kröhnke direkt auf die Ostsee schauen. Die „Perfekte Welle“ rollt zurzeit auch durch ihre Atelierräume, flutet scheinbar durch die Mauer, von einem Saal in den anderen. Die knapp acht Meter lange Installation aus rötlichem Nadelholz ist eine Arbeit des Künstlers Holger Stark, der bereits einige spektakuläre Projekte im öffentlichen Raum realisiert hat. „Es ist eine völlig andere Art, mit Holz zu arbeiten. Das hat mich gereizt“, sagt Anka Kröhnke. Denn: In der aktuellen Ausstellung „Alles Holz“ steht das vielseitige Naturmaterial im Mittelpunkt – oder vielmehr das, was die fünf Mecklenburger Künstler Anne Sewcz, Holger Stark, Gudrun Poetzsch, Wilfried Schröder und Anka Kröhnke daraus fertigen.

„Alles Holz“: Das Atelierhaus Rösler-Kröhnke zeigt Arbeiten von Anne Sewcz, Holger Stark, Gudrun Poetzsch, Wilfried Schröder und Anka Kröhnke.

Infos zur Schau

Die Ausstellung „Alles Holz“ im Atelierhaus Rösler-Kröhnke (Schlossstraße 4, Kühlungsborn) ist noch bis zum 29. August 2018 zu sehen.

Gezeigt werden Arbeiten von Anne Sewcz, Holger Stark, Gudrun Poetzsch, Wilfried Schröder und Anka Kröhnke.

Öffnungszeiten: freitags, samstags, sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr sowie nach

telefonischer Vereinbarung unter:

☎ 038293 / 15339

„Ich arbeite mit Fundstücken, die ich aufhebe, irgendwann ist die richtige Idee da“, sagt Anka Kröhnke. So ist auch der blau-weiße „Wolkenturm“ entstanden, den sie aus ineinandergesteckten Teilen alter Kabelrollen fertigte. Mit jedem Schritt um das Kunstwerk ändert sich dessen Farbigkeit. Vom Blick in den Himmel über ihrem Atelier hat sich Kröhnke auch bei ihrem Triptychon „Weiter Himmel, heiter bis wolkig“ inspirieren lassen, hat Farben von Blau bis Rosa- und Tiefrot auf Dreikanthölzer aufgebracht und diese so angeordnet, dass sie von einer Seite die komplette Farbpalette des Himmels widerspiegeln, von der anderen Seite graublau wirken.

In vielen Arbeiten spielt Kröhnke mit Perspektive und Wahrnehmung des Betrachters, experimentiert mit Farben, Formen und der Anordnung bestimmter Strukturen. Oft ragen ihre Arbeiten dreidimensional in den Raum oder sind auf verschiedenen Ebenen angeordnet, beziehen Licht, Luft und Schatten als Teil der Kunst mit ein. „Das Wichtigste ist die Komposition“, sagt Kröhnke. „Ein Kunstwerk muss nicht gleichmäßig sein, aber im Gleichgewicht“, betont sie ihr ordnungsstiftendes Prinzip. Dabei setzt sie auch auf Asymmetrie. „Damit erreicht man eine Spannung, die das Auge immer wieder verlockt hinzugucken.“

Aus Holzresten, die ihr bei der Dachstuhlrenovierung eines Ferienhauses quasi vor die Füße fielen, ist das Holzrelief „Der Dachdecker war da“ entstanden. Klötzchen verschiedener Formen und Farben, die Kröhnke auf ein rundes Holz aufgebracht hat, ragen dreidimensional in den Raum, so dass der Betrachter meint, jede Unebenheit mit den Augen ertasten zu können. Auch alte CDs oder zerschnittene Getränkedosen verwendet Kröhnke für ihre Arbeiten. Nutzt sie diese als ästhetisierte Komponente der Konsumkritik? „So weit würde ich nicht gehen“, sagt sie. „Ich möchte anregen, nicht den Zeigefinger erheben.“

Hölzerne Fundstücke finden sich auch bei Gudrun Poetzsch aus der Nähe von Bad Doberan. Mit ihnen druckt sie ihre häufig schwarz-weißen Kompositionen aufs Papier. Farblich reduziert setzt sie senkrechte, waagerechte und diagonale Linien gegeneinander, widmet sich der Anordnung geometrischer Formen, wie Rechteck und Quadrat. Die reduzierten Arbeiten korrespondieren mit den Werken der Bildhauerin Anne Sewcz, die aus Buche, Mahagoni, Kiefer und Teakholz abstrahierte menschliche Figuren erschaffen hat. Mit 45 Arbeiten am häufigsten vertreten ist der Kühlungsborner Künstler Wilfried Schröder, der Skulpturen, Holzschnitte und Reliefs aus verschiedenen Schaffensphasen zeigt. „Es sind immer bestimmte Ereignisse, bestimmte Menschen, die ihn zu seinen Werken anregen“, sagt Kröhnke.

Die Ausstellung sei die bisher aufwendigste gewesen. „Aber sie zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig das Material Holz sein kann.“

Stefanie Büssing

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