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Kunst, die was zu bieten hat

Rostock Kunst, die was zu bieten hat

Bei der 24. OZ-Kunstbörse kamen 32 Arbeiten für insgesamt 22110 Euro unter den Hammer / 2700 Euro für den guten Zweck

Rostock. . Inga Behrendt aus Schwerin hat am Sonnabend gleich drei gute Gründe, bei der 24. Kunstbörse der OSTSEE-ZEITUNG für ihr Lieblingswerk „Goethe“ – von Maler Rainer Dörner auf einem Motorrad rasant in Szene gesetzt (Foto sihe Titelseite) – mitzubieten: „Als Deutschlehrerin habe ich natürlich einen Bezug zu Goethe“, sagt die 36-Jährige. „Außerdem arbeite ich am Goethe-Gymnasium Schwerin und leite die Schülerzeitung, für die wir das Bild gern als Logo hätten“, verrät sie. „Ich werde mal schauen, wie hoch der Preis geht“, sagt sie und wedelt mit der Bieternummer 11.

Tom Streicher hat sich unterdessen schon mal die Bieternummer 43 gesichert. Er ist nicht nur seit dem vergangenen Jahr Partner der OZ-Kunstbörse, sondern auch Stammgast und Kunstliebhaber: „Ich verbinde Kunst mit Bildung und in Zeiten der Intoleranz gibt es nichts Wichtigeres“, sagt Streicher, der ein Auge auf die Fotografien von Kirk Sora geworfen hat. „Sie strahlen Ruhe und Inspiration aus.“

Etwas Mysteriöses hingegen hat für HildeGard Broermann das Bild „Hänigsen, Winter“ des Greifswalder Malers Eugen Kunkel, für das sie und ihr Mann später den Zuschlag erhalten. „Für mich hat das Bild fast eine kriminalistische Aussage, draußen diese Stille, aber in der Scheune gibt es ein Geheimnis“, interpretiert Broermann das Werk. „Mich fasziniert die fast fotografische Genauigkeit“, sagt Ehemann Hubert Jocksch.

„Künstler lehren uns, die Welt zu sehen“, bringt es OZ-Kulturchef Michael Meyer auf den Punkt, der mit launigen Worten in den Abend einführt. Mit beeindruckend schneller Zunge präsentiert anschließend Auktionator und OZ-Nachrichtenchef Jan-Peter Schröder die vielfältigen Kunstwerke, die von Malerei über Fotografie, Grafik, Bildhauerei bis hin zu Keramik reichten.

Auch prominente Gesichter gibt es unter den Besuchern, wie die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Pianistin Janka Simowitsch, die an der HMT ihre Ausbildung absolvierte und dort zurzeit einen Lehrauftrag hat. „Ich wollte die Atmosphäre schnuppern und kenne auch einen der Künstler, Gerhard Stromberg“, sagt sie. Geboten für dessen Werke hätte sie auch gern. „Aber ich bin leider zu spät gekommen, weil ich vorher bei Alfred Brendel war. Aber als Pianistin kann man sich das nicht entgehen lassen.“

„Es ist immer wieder eine Überraschung, dass man Jahr für Jahr frische, neue Künstlerpersönlichkeiten in der Region findet“, lobt Thomas Häntzschel, Vorsitzender des Rostocker Kunstvereins, das hohe Niveau der Veranstaltung. Den meisten Umsatz in diesem Jahr konnte Fotograf Gerhard Stromberg verbuchen, der alle Werke für insgesamt 3510 Euro an den Mann und die Frau brachte. Für das teuerste Kunstwerk, das „Nagelbild 2015“ des Düsseldorfer Künstlers Günther Uecker, das die Rostocker Kunsthalle ebenso wie ein Foto des Berliners Andreas Mühe zur Verfügung gestellt hatte, fand sich niemand im Saal, es ging für 6000 Euro an einen schriftlichen Bieter. Zufrieden war auch die Reriker Malerin Maike Remane, deren Werk „Im Wind“ mit einem Einstiegsgebot von 600 Euro nach einem spannenden Bieterduell für 1050 Euro einen Käufer fand. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber so habe ich dem künftigen Stipendiaten schon zu einigen Pinselstrichen verholfen“, freut sich die 52-Jährige. Mit dem Erlös soll ein junger Künstler aus MV gefördert werden.

Und Inga Behrendt? Die nimmt am Ende den „Goethe“ mit nach Schwerin. „Ich trenne mich nur schwer von dem Bild“, sagt Rainer Dörner. „Aber wenn Frau Behrendt es bekommt, ist alles gut.“

„Ich glaube, es hat den Leuten Spaß gemacht und ich freue mich schon auf die 25. Kunstbörse im nächsten Jahr“, so Auktionator Jan-Peter Schröder. „Da werden wir sicherlich noch mal eine Schippe drauflegen.“

Stefanie Büssing

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