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00:00 14.06.2017
Zeigt seine Arbeiten in der Neuen Greifengalerie: der Ückeritzer Künstler Matthias Wegehaupt. FOTOS (3): DIETMAR LILIENTHAL

Malen, zurücktreten, weitermalen, wieder zurücktreten – für den Greifswalder Maler Eugen Kunkel ist die Ausstellung in der Neuen Greifengalerie nicht nur künstlerisch eine Herausforderung: „Es ist auch eine sportliche Angelegenheit“, sagt er und lacht. „Man muss immer wieder einige Schritte zurückgehen und schauen, wie das ganze Bild wirkt. Was von Nahem wie ein Gewirr von Pinselstrichen aussieht, fügt sich aus der Ferne zu einem Gesamtbild zusammen, das hoffentlich funktioniert.“ Denn: „Große Formate I“ ist der Titel, unter dem Galerist Marcus Schramm Arbeiten von Nils Dicaz, Uta Jeran, Eugen Kunkel, Wolfgang Tietze und Matthias Wegehaupt zeigt.

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Die Neue Greifengalerie zeigt großformatige Arbeiten von Nils Dicaz, Uta Jeran, Eugen Kunkel, Wolfgang Tietze und Matthias Wegehaupt

1,20 Meter breit und 1,80 Meter hoch ist das „Dickicht“, das Eugen Kunkel mit für ihn ungewohnt kräftigen Acrylfarben auf Leinwand gebannt hat. Seine Vorliebe für Landschaften entdeckte er bereits 2007, als er mit seiner Frau nach Greifswald zog. Doch die überwiegend kahlen oder von Nebel verhangenen Szenarien haben sich inzwischen gewandelt. Fast wirkt sein aktuelles Werk wie ein Wimmelbild, in dem Baumstämme, Zweige und feinste Verästelungen mit einem diffusen Hintergrund kontrastieren.„Sonst arbeite ich noch kleinteiliger, aber hier habe ich viele Einzelheiten weggelassen, um das Auge des Betrachters nicht zu überfordern“, sagt Kunkel.

Mit dem erweiterten Bildraum und seinen Möglichkeiten spielt auch der Leipziger Künstler Wolfgang Tietze mit seiner „Tanzenden am Meer“, einer abstrahierten Frauenfigur auf gelbem Hintergrund.

„Tietze ist ein Experimentator mit verschiedenen Pinseln. Das braucht eine gewisse Größe“, sagt Schramm und deutet auf das Wechselspiel aus pastosem Farbauftrag und schwach angedeuteten Linien, die reichlich Interpretationsspielraum bieten.

Dem Thema Wasser widmet sich auch der Ückeritzer Maler Matthias Wegehaupt, dessen horizontal angeordnete Linien die Flut symbolisieren. Die einzige Vertikale bilden zwei abstrahierte menschliche Figuren auf einem winzigen Strand, die in seiner Serie leicht variieren. Seine Arbeiten lassen sich durchaus symbolisch verstehen. „In der heutigen Zeit hat man das Gefühl, als wenn das Wasser stetig steigt“, erklärt Wegehaupt. „Trotz des Ausgeliefertseins haben die zwei aber den Mut, sich zu umarmen und weiterzumachen“, sagt er und deutet auf die Figuren.

Brandneu ist die Arbeit von Nils Dicaz mit dem Titel „Pandora auf Dienstreise“. Die farbige zweiteilige Handzeichnung, die der Greifswalder Künstler eigens für die Ausstellung angefertigt hat, ist ein Stilmix aus europäischer und asiatischer Kultur. „Inspiriert hat mich ein Arbeitsstipendium in China vor zwei Jahren“, sagt Dicaz.

Die Fünfte im Bunde ist die gebürtige Greifswalderin Uta Jeran, die in ihrer Arbeit „Arkadien II“ die Landschaft in farbige Flächen und Formen übersetzt. „Mit der Formatgröße verändert sich auch das Sehen“, sagt Schramm. Das muss auch Eugen Kunkel feststellen. Der nimmt sein Bild vor der Ausstellung kurzerhand wieder mit. „Dort unten“, sagt er, „müssen noch Gräser hin.“

„Große Formate I“

5 Künstler zeigen ihre Arbeiten unter dem Titel „Große Formate“ in der aktuellen Ausstellung in der Neuen Greifengalerie in Greifswald: Nils Dicaz, Uta Jeran, Eugen Kunkel, Wolfgang Tietze und Matthias Wegehaupt.

Die Schau ist bis zum 18. Juli zu sehen (Neue Greifengalerie, Steinbecker Straße 21, Greifswald).

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis

14 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

Infos: www.neuegreifengalerie.de

Stefanie Büssing

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