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00:00 22.03.2014
Erik Seidel, hier mit seinem Werk „Ich bin die liebliche Sirene“ in der Galerie Hinter dem Rathaus Wismar. Quelle: Nicole Hollatz

„Überm Sofa ist noch Platz“ heißt die Ausstellung von Erik Seidel, die in der Galerie Hinter dem Rathaus in Wismar zu sehen ist. Wie der Titel vermuten lässt: Kunst mit Augenzwinkern.

„Komisch, dass immer so wenige Gäste kommen, wenn ein in Wismar noch unbekannter Künstler ausstellt“, kommentierte Britta Matthies von der Gemeinschaft Wismarer Künstler und Kunstfreunde die Leere zur Ausstellungseröffnung. Dabei haben die, die nicht da waren, einiges verpasst. Angefangen von interessanter Kunst bis zur Möglichkeit, mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Dabei ist Erik Seidel kein Unbekannter in der Kunstszene, seine Werke sind in Sammlungen, stehen im öffentlichen Raum, er gibt Kurse im britischen Oxford. Der Künstler aus Plauen (Sachsen) zeigt in Wismar Grafiken und Plastiken.

Letztere lassen beim Betreten der Räume schmunzeln. Da grinst einen eine schräge Figur an. Ein rundes Ding mit riesigem Ohr, nur einem Arm, mit Glubschaugen und dicken Lippen, dazu einem Seil. Eine abstruse Figur, die den Betrachter mitgrinsen lässt. Dazu der Titel der Eisenfigur, „Ich bin die liebliche Sirene“. „Die wollte Odysseus verführen“, erzählt der Künstler lächelnd.

Gleich gegenüber eine Bronzefigur, die erst durch ihre geschwungene Form, dann durch das leuchtende Patinagrün Aufmerksamkeit erregt. Eine Figur mit Affengesicht und Teufelsschwanz lehnt sich weit vor, wie ein Rufer, ein Marktschreier. Sie sitzt auf einem Füllhorn, das auf einem Podest steht. Und was kommt aus dem Füllhorn hinten raus? Genau! Nichts Gutes.

Viele andere Figuren sind ernst, der Gegensatz dazu die oft sehr starren, sehr auf die grafischen Elemente reduzierten Bilder. Bilder, die sich gut „statt eines röhrenden Hirsches überm Sofa machen würden“, so der Künstler.

Seine Bilder aus dem Obergeschoss wären nicht dafür geeignet, meint der Künstler. Dort blicken Totenköpfe als Lithografien, Holzschnitte und Plastiken auf den Betrachter. Nicht immer böse. „Das Thema Vergänglichkeit betrifft uns alle“, sagt Seidel. Und erklärt die düsteren Werke mit seiner Inspiration. Er hört bei der Arbeit Goethes Faust und Dantes „Göttliche Komödie.“

Nicole Hollatz



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