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Kunst unter alten Bekannten

Wustrow Kunst unter alten Bekannten

In ihrer Winterschau zeigt die Kunstscheune Barnstorf Kunst von Freunden für Freunde.

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Matthias Zágon Hohl-Stein:

Wustrow. „Die bunte Vielfalt ist gefragt“, sagt Gabriele Eymael zu der Auswahl der Künstler in ihrer Winterausstellung. Seit gut 15 Jahren hat die Galeristin in Wustrow eine winterliche Schau über die Feiertage und Silvester im Programm. Viele Gäste hätten gefragt, ob sie neben ihrer Oster-, Pfingst- und Sommerschau nicht auch mal ein Adventsangebot in der Kunstscheune Barnstorf machen wolle. „Geht nicht“, hat sie geantwortet. „Ist nicht gut für Mensch und Kunst.“ Denn die Scheune, in der Familie Eymael – neben Gabriele Eymael arbeiten auch Ehemann Peter und Tochter Riekje an der familiären Galerie mit – seit über 30 Jahren ausstellt, ist nicht geheizt. Ausstellungen bei Minustemperaturen draußen würde den Bildern schaden.

OZ-Bild

In ihrer Winterschau zeigt die Kunstscheune Barnstorf Kunst von Freunden für Freunde.

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Also hat man vor 15 Jahren die Diele des Wohnhauses freigeräumt für Kunst. Auf dem massiven Holztisch, von dem die Familie am Weihnachtstag den Gänsebraten essen wird, stehen und liegen nun exquisite Keramiken und ausgewählter Schmuck von Simone Mönch (59) aus Tempel bei Ribnitz-Damgarten, Plastiken von Lutz Hellmuth (73) aus Erfurt, Skulpturen wie „Die Beflügelte“ von Susanne Rast (54) aus Kneese bei Sanitz oder das erotische Obst ihres Vaters Jo Jastram (1928-2011). Diese kleinen Gussarbeiten hat Jastram seiner Frau stets zum Hochzeitstag geschenkt, erzählt Gabriele Eymael.

Handtellergroße Avocados, Eier oder Birnen mit lustigen Liebespaaren, versauten kleinen Spielereien, die darin verborgen sind. Auch Klassiker wie das „Darßer Pferd im Wind“, „Der Zug der Kraniche“, die alte Bronzeplastik „Der usbekische Eselreiter“ oder Jastrams beflügelte Aida-Diven mit dem Antlitz von Birke Brekenfeld, der Ehefrau des Künstlers Malte Brekenfeld, die auf allen Aida-Schiffen stehen, sind darunter.

Als speziellen Gast haben Eymaels Arbeiten von Wilfried Fitzenreiter (1932-2008) aus Berlin. Charmante Kleinplastiken, klassische Körperplastiken wie „Die Liegende“ oder der Bronzeakt, der Spaziergängern von der Warnemünder Promenade bekannt ist. In Barnstorf steht fast dasselbe Motiv im Kleinformat unter dem Titel „Frauenraub“. Auch Medaillen von Anna Martha Napp (32) aus Wismar, die gerade den Rostocker Kunstpreis 2016 gewonnen hat, Keramiken von Jutta Albert (62) aus Lübstorf und Arbeiten Dresdner Schmuckgestalter.

Rund um den Tisch, der auf seinen Gänsebraten wartet, hängen Bilder von Künstlern aus der Region, wie Antje Fretwurst-Colberg (76) und Friedrich-Wilhelm Fretwurst (80) aus Dändorf auf dem Fischland, Malte Brekenfeld (50) aus Repnitz bei Tessin, Karin Wurlitzer (60) aus Neuenkirchen und Falko Behrendt (65) aus Torgelow, der in Lübeck lebt. Darunter Schiffsansichten von Friedrich-Wilhelm Fretwurst von einer Reise mit einem Großsegler, die ihm seine Söhne geschenkt hatten. Und Radierungen, Betrachtungen vom Fischland-Darß, für das kleine Portemonnaie. Dazu farbige Hinterglasmalereien von Antje Fretwurst-Colberg und Fischzeichnungen Malte Brekenfelds.

Aus Berlin dabei sind Luise Dewerny (45), Vera Schwelgin (73) und Barbara Müller-Kageler (78), die im Raum zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei unterwegs ist. Meist Gruppen vor dem Meer – ob Menschen oder Boote. Außerdem Wilfried Falkenthal (74) aus Leipzig und Matthias Zágon Hohl-Stein (64) aus Fehrbellin. Dessen farbige Bilder mit biblischen Bezügen fallen sofort ins Auge, ob es sich um das „Narrenschiff“ handelt oder um „Die apokalyptischen Reiter“, die wie eine Mischung aus Erzengel und berittener Kinderarmee über der Ausstellung zu wachen scheinen. Dazu die Plastik „Helios“, der auf dem Fisch fliegt.

Malerei, Skulptur, Keramik, Schmuck – unter diesem Motto läuft die Winterausstellung. Mit Abreiten von Künstlern und Freunden der Galerie. Mit Arbeiten für Freunde und Urlauber, die einfach mal vorbeikommen. Während Gabriele Eymael mit dem Aufbau zugange ist, geht die Tür auf, ein Ehepaar vom Darß, das beruflich Richtung Hamburg gezogen ist, sich aber – des Heimwehs wegen – wieder ein Ferienhaus auf dem Fischland zugelegt hat, kommt rein. Es gibt Küsschen, Dresdner Stollen, Glühwein, Tee. Kunst unter alten Bekannten. „Noch ist nicht viel los“, sagt Gabriele Eymael. „Aber der Urlauberstrom wird bald losgehen. „Wir machen am 27. Dezember wieder auf. Dann geht das bis Silvester wieder kräftig rund.“

Michael Meyer

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