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Kultur Kunstbaustelle zum Anfassen
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00:00 09.10.2018
Für Andreas Schorlemmer war die Ausstellungseröffnung ein ganz besonders freudiges Erlebnis.
Groß Kiesow

„Was für ein wunderbarer Tag“, sagte am Sonntag Pfarrer Andreas Schorlemmer angesichts der vielen Menschen, die zur Ausstellungseröffnung seines Sommerprojektes „Kunstbaustelle Groß Kiesow“ in die St. Laurentius Kirche gekommen waren. An die hundert Gäste quetschten sich in die zur Verfügung stehende kleine Kapelle, da in der großen Kirche gerade gebaut wird. Der schwerkranke Schorlemmer sah es mit großer Freude, dass seine Idee „des Bauens und Malens am Kunstwerk Kirche“ so viele Künstler zum Mitmachen und so viele Gäste zum Schauen bewegt hatte.

In der Laurentiuskirche malten Künstler besondere Altarwand / Hundert Gäste kamen zur Vernissage

Während der Eröffnung boten ein Saxophon-Posaune-Jazz- Duo hinreißende Musik. Heinz Gödecke aus Griebenow an der Posaune und Hinrich Beermann aus Berlin am Saxophon verzauberten mit ihrer Musik.

Dabei hatten sich die beiden Musiker erst am Sonntag kennengelernt.

In der Ausstellung selbst sind Werke einheimischer Maler, Grafiker und Illustratoren, darunter Sibylle Leifer, Matthias Wegehaupt, Rita Wolff und Volker Henze, zu sehen. Sie alle bemalten kleine Leinwände. Ergänzt werden die künstlerischen Arbeiten durch Bibel-Zitate, die der Pfarrer i.R. Andreas Schorlemmer, aussuchte. Die Ausstellung ist Ergebnis eines Kunst-Sommerprojektes, das auch in einem 50-seitigen Katalog dokumentiert ist.

„Es war für alle inspirierend. Bis zum Abend gab es zahlreiche Gespräche. Kunsthistorikerin Dr. Karla Bilang erläuterte auf so verständliche und doch zugleich bildliche Sprache die neu entstandenen Kunstwerke“, berichtet Schorlemmer. „Die Vielfalt der Ausdrucksformen bestimmt das Gesamtbild: das ursprünglich im künstlerischen wie auch im religiösen Sinne kollektive kirchliche Kunstwerk wird durch das individuelle Bild und durch die individuelle Auseinandersetzung mit religiösen Themen oder mit dem Sein in der Welt ersetzt“, betonte Bilang.

Andreas Schorlemmer weiß, dass es ein verrückter Gedanke seinerseits war, in einer Baustelle auch noch eine Kunstbaustelle zu errichten. „Einen Malgrund, gegründet auf dem Buch der Bücher, wie die Bibel auch genannt wird. Entstanden ist eine Schauwand, ein Durchschauen, ein durch euch Schauen, ein Entdecken, in dem anderen sich selbst zu entdecken“, so Schorlemmer in seinen Begrüßungsworten.

In Groß Kiesows Kirche ist diese temporäre und besondere Altarwand in einem Prozess gewachsen, der seiner Meinung nicht mehr aufzuhalten ist. „Hier ist etwas zusammen gewachsen, das weiter wachsen will und soll. Daran werden wir arbeiten“, versprach er. Und solange diese einzigartige Altarwand stehe, gebe es immer einen Grund zum Freuen.

Die Sanierung der Laurentiuskirche geht unterdessen voran. Im ersten Bauabschnitt werden 400 000 Euro verbaut. Die Arbeiten sollen im Herbst/Winter abgeschlossen sein. „Möglichst vor Weihnachten möchte ich wieder in der Kirche sein“, schaut Schorlemmer voraus. Das Geld kommt von Bund und Land, Kirchgemeinde und Kirchenkreis, der Stiftung Denkmalschutz und der Kirchenbaustiftung.

Cornelia Meerkatz

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