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Kunstkompass: Rosemarie Trockel unter Top Drei

Köln Kunstkompass: Rosemarie Trockel unter Top Drei

Der Kunstkompass 2013 sieht mit Rosemarie Trockel erstmals eine Frau unter den drei bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Platz eins auf der jüngsten Rangliste im „Manager Magazin“ belegt zum vierten Mal in Folge Gerhard Richter.

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Rosemarie Trockel gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwar. Foto: Peter Steffen

Köln. Trockel steht hinter dem US-Künstler Bruce Nauman auf Rang drei. Sie verdrängt damit ihren deutschen Landsmann Georg Baselitz auf den vierten Platz.

Der jährlich veröffentlichte „Kunstkompass“ führt unter den zehn wichtigsten Künstlern vier Deutsche auf. Neben Richter, Trockel und Baselitz gehört auch Anselm Kiefer (Rang 6) zur Spitzengruppe. Die Rangliste gilt als einflussreiches Barometer der Gegenwartskunst. Auf vergleichbaren Ranglisten im Ausland haben Deutsche allerdings eine weniger beherrschende Position.

Unter den Top Ten sind zwei weitere Frauen: Die US-Fotografin Cindy Sherman belegt Platz fünf, die Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist ist Zehnte.

Den Aufstieg Trockels begründete das „Manager Magazin“ mit dem „Triumph ihrer Werke bei großen Ausstellungen“. Ihre Karriere zeige, dass es Frauen zunehmend gelinge, in die von Männern dominierte Kunstwelt vorzudringen. Bereits ein Viertel der 100 bedeutendsten Gegenwartskünstler auf der Liste sei weiblich.

Trockel, die wie Gerhard Richter in Köln lebt, war im vergangenen Jahr zu ihrem 60. Geburtstag vielfach gewürdigt worden. Die Professorin der Düsseldorfer Kunstakademie wurde vor allem durch ihre subversiven Strickbilder bekannt. Mit ihnen will sie weibliche Klischees zerstören und gilt deshalb als feministische Künstlerin. In den USA wurde ihr schon deutlich früher starke Beachtung zuteil als in Deutschland.

Gerhard Richter liegt seit Jahren auf vielen internationalen Ranglisten vorn. Der „Picasso des 21. Jahrhunderts“ („The Guardian“) gilt als derjenige, der in den 1960er Jahren die schon tot gesagte Malerei neu belebte. So arbeitete er nicht nur abstrakt, sondern wandte sich auch wieder der gegenständlichen Malerei zu. Er entwickelte einen neuen Zugang zu alten Genres wie Landschaften, Porträts, Aktbildern und Stillleben. Durch seinen verwischten Stil hinterfragte er die scheinbare Objektivität der Fotografie.

In die Bewertung des „Kunstkompasses“ fließen Einzelausstellungen in namhaften Museen ebenso ein wie die Teilnahme an wichtigen Gruppenausstellungen und Rezensionen in Kunstmagazinen. Verkaufspreise und Auktionserfolge spielen hingegen keine Rolle.

Bei den gestorbenen Künstlern sieht der „Kunstkompass“ ebenfalls einen Deutschen vorn, nämlich Joseph Beuys. Ihm folgen Andy Warhol, Sigmar Polke, Louise Bourgeois und Martin Kippenberger.

dpa

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