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Kultur Kunstscheune Barnstorf zeigt surreale Bildwelten
Nachrichten Kultur Kunstscheune Barnstorf zeigt surreale Bildwelten
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05:00 25.09.2018
Wustrow

„Männer sind vom Mars, Frauen sind von der Venus“ – wer die aktuelle Arbeit „Lost in Paradise“ (2018) von Malte Brekenfeld betrachtet, könnte den Eindruck bekommen, der Künstler habe den Buchtitel des amerikanischen Autors John Gray von 1992 in seinem aktuellen Werk bildnerisch umgesetzt. Zu sehen sind zwei miteinander verbundene Planeten, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Ein reich bewachsenes, grünes Paradies, mit heimeliger Behausung und einer im See badenden Frau. Daneben eine behelfsmäßig wirkende Baustelle, an der ein Mann unbeholfen herumzimmert. Herumliegende Bretter, Versorgungsschläuche, die ins Nichts führen, ein Planet, der im Chaos versinkt.

Verarbeitet mit Vorliebe komplexe Bildwelten: Künstler Malte Brekenfeld. Hier die Arbeit „Hühnerhof“, (Öl auf Leinwand, 2018).  Quelle: Repros: Kunstscheune Barnstorf

„Macho- und Machertum“

Das großformatige Ölgemälde, in dem Brekenfeld nicht ganz ernsthaft der weiblichen Schönheit, Behaglichkeit und Funktionalität quasi antithetisch das männliche „Macho- und Machertum“ entgegensetzt, das letztlich doch im Chaos endet, ist nur eine von vielen Arbeiten, die zurzeit in der Kunstscheune Barnstorf zu sehen sind. Neben Werken von Malte Brekenfeld werden Malerei von Steffen Volmer und Holzskulpturen und Bronze- Arbeiten von Bildhauerin Susanne Rast gezeigt. Farbenfroh und überbordend in typisch Brekenfeldscher Manier und dem ihm eigenen Humor hat der in Repnitz bei Güstrow lebende Maler auch in seinen aktuellen Werken wie „Hühnerhof“ oder „Frühstück im Gewächshaus“ wieder Symbiosen aus Menschlichem und Pflanzlichem geschaffen, verarbeitet in seinen komplexen Bildwelten Paradies-Sehnsucht und den damit verbundenen Versuch, Natur zu kultivieren, der meist misslingt. Er taucht ab in eine fantastische Unterwasserwelt, rekonstruiert Erinnerungen in Form visueller Tagebücher oder rechnet in Form von hässlichen Fratzen mit diversen Unzulänglichkeiten der Gesellschaft ab.

Die „aus der Mitte Gerückten“

Still und in sich gekehrt wirken dagegen die Holzskulpturen und Bronze-Arbeiten von Bildhauerin Susanne Rast. Jede Arbeit ist Ausdruck einer individuellen Lebensgeschichte. Besonders am Herzen liegen Rast jene, die nicht den gängigen Normen entsprechen und die sie liebevoll als die „aus der Mitte Gerückten“ bezeichnet. Auch die Phase des Erwachsenwerdens verarbeitet sie in ihren Werken, unter anderem in der Bronze „Zwischen 13 und 14“ (2011/18), die ein junges Mädchen auf einer Bank sitzend zeigt, die Beine unschlüssig verschränkt, die Hände verkrampft ineinander verschlungen.

Kreislauf von Werden und Vergehen

Der Mensch steht auch im Zentrum der Bildwelten des Chemnitzer Malers Steffen Volmer, sogar wenn er gar nicht anwesend ist. Seine Spuren finden sich in Form von zivilisatorischen Hinterlassenschaften, die in Volmers surrealen Welten auf eine kühle Leere treffen. Mal sind es geheimnisvolle Landschaften, mal verlassene Orte, die ein Gefühl von Endzeitstimmung verbreiten und sich weder räumlich noch zeitlich einordnen lassen. Es ist gerade jener Kreislauf von Werden und Vergehen, der die Brücke zu den Werken Brekenfelds bildet. Die Schau ist bis zum 20. Oktober zu sehen (täglich 10-13 und 15 -18 Uhr).

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