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Kultur Lachen gegen Haltungsschäden
Nachrichten Kultur Lachen gegen Haltungsschäden
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04:51 20.04.2013

„Bandscheibenvorfall” ist eine heimtückische Volkskrankheit. Im Stück von Ingrid Lausund, das am Donnerstag im Greifswalder Rubenowsaal seine Premiere hatte, geht es mehr um imaginäre Haltungsschwächen und etwas viel Bedrohlicheres: Die Kollegen im Büro, um Kriecher und Hofschranzen.

In einem Zustand erlernter Hilflosigkeit sind sie einem unausweichlichen Stress ausgesetzt. In dieser von Regisseur Jonas Hien inszenierten Tragikomikgroteske, ist es die Tür zum Chefzimmer, in dem man eine Art Stromberg vermutet, irgend eine irrationale Autorität. Ab und zu muss man da rein. Das ist schon die Story dieses aberwitzigen Abends in der von Christof von Büren eingerichteten Amtsstube.

Irgendwann muss jeder der fünf Kollegen das Rückgrat eingebüßt haben. Jeder versucht, sich auf eine ihm eigene Weise für die Auftritte beim Chefchen hinter der Tür zu präparieren. Vor allem sehen sie zu, sich untereinander unter gar keinen Umständen zu solidarisieren. Sören Ergang als Kruse ist die personifizierte Ergebenheit. Kretzky (Ronny Winter) kommt als nervender Dauer-Scherzkeks jedesmal mit einem Partyhütchen aus der Hölle zurück. Auf dem Kopf von Josefine Schönbrodt als Frau Kristensen steckt auch mal ein blutiges Hackebeil, obwohl sie, ganz in Trance, findet, dass das insgesamt ein ganz gutes Gespräch gewesen sei. Im Gegensatz zu Frau Schmitt. Friederike Ziegeler spielt sie als aalglatte Businessfrau.

Am meisten teilt Jan Bernhard aber als Herr Hufschmidt aus. Die siebte Ohrfeige, die Kruse von ihm kassiert, die kann, das sieht selbst er ein, kein Zufall mehr gewesen sein.

Die Inszenierung arbeitet mit imaginären Musikformationen, überraschenden Stilmitteln und Metaphern. Das Publikum hat sich gebogen vor Lachen. Auch eine gute Übung zur Korrektur von Haltungsschäden.

Juliane Voigt

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