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Kultur Lästerlyriker wird heute 80
Nachrichten Kultur Lästerlyriker wird heute 80
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00:00 27.08.2016
Kabarettist Hans Scheibner Quelle: dpa

„Bobby Reich“, schlägt Hans Scheibner spontan als Treffpunkt für das Interview zu seinem 80. Geburtstag vor. Dort habe er viele Außenaufnahmen für die beliebten NDR-Politsatiren „Walther und Willy“ (2001-2006) gedreht, sagt der Kabarettist, Kolumnist, Stückeschreiber und Liedermacher („scheibnerweise“, „Schmidtchen Schleicher“).

„Ich liebe Hamburg über alles“, sagt Scheibner, der am 27. August 1936 in der Hansestadt geboren wurde, auf der Terrasse mit den Bootsstegen und rührt nachdenklich im Kaffee. In der Stadt erlebte er als Kind die Bombennächte, später identifizierte er sich mit dem Understatement der Einwohner.

In Hamburg wirkten auch seine Vorbilder Heinrich Heine (1797-1856) und Joachim Ringelnatz (1883-1934). Dass er selbst einmal seinen Lebensunterhalt mit dem Verfassen satirischer Texte verdienen würde, war dem Sohn eines kleinen Speditionsunternehmers nicht in die Wiege gelegt. Wie es dazu kam, dass er bereits als Kind diese Neigungen auslebte und nach einer kaufmännischen Lehre als Verlagsvolontär auf einer Privattheaterbühne stand, schildert Scheibner in seinem Buch „In den Himmel will ich nicht!“. Andere Geburtstags-Projekte sind die CD „Und plötzlich ist der Himmel wieder offen“ und die Tournee „Skandale und Liebe“, die heute beginnt. Seine wohl größte Zeit erlebte der Künstler in der „Hamburger Szene“ der 1970er Jahre. Scheibner machte Furore mit seinem Song „Ich mag so gern am Fließband stehn“ und veröffentlichte Lästerlyrik-Bände („Spott zum Gruße“). Mit Scheibners Text zum Gassenhauer „Schmidtchen-Schleicher“ landete Nico Haak 1976 einen Top-10-Erfolg. Ein Volltreffer wurde 1979 die Spottballade „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner!“. Für sein bisheriges Schaffen bilanziert Scheibner: „Seit Willy Brandt gibt es bei uns ein bisschen mehr Bewusstsein für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung – dazu hoffe ich, meinen bescheidenen Beitrag geleistet zu haben.“ Ulrike Cordes

OZ

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