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Le Havre feiert 500. Jubiläum mit viel Kunst

Wiege des Impressionismus Le Havre feiert 500. Jubiläum mit viel Kunst

Rund 20 Millionen Euro und monumentale Kunst: Die Unesco-Welterbe-Stadt Le Havre feiert mit viel Pomp ihr 500-jähriges Bestehen. Dabei erinnert die Hafenstadt daran, dass sie die Wiege des Impressionismus ist.

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Eine Container-Installation von Vincent Ganivet an der historischen Uferstraße in Le Havre.

Quelle: Sabine Glaubitz

Le Havre. Claude Monet hat die Hafenstadt Ende des 19. Jahrhunderts mehrfach auf Leinwand verewigt, der Zweite Weltkrieg hat sie weitgehend zerstört. Aufgebaut wurde sie wieder nach Plänen des bedeutenden Architekten Auguste Perret, schachbrettartig und in Stahlbeton gegossen.

Anfang der 80er Jahre entwarf der Star-Baumeister Oscar Niemeyer mitten im Zentrum seinen berühmten „Volcan“, ein Joghurtbecher ähnliches Gebäude, in dem sich heute das Theater befindet. Le Havre blickt dieses Jahr auf 500 Jahre Geschichte und Kultur. Ein Jubiläum, das die Stadt, die seit 2005 auf der Unesco-Weltkulturerbe-Liste steht, ausgiebig feiert.  

Rund 20 Millionen Euro hat sich Le Havre sein fünfmonatiges Jubiläum kosten lassen. Denn die Stadt will mit einem beispiellosen Kulturevent überraschen, wie im Vorfeld Frankreichs Premierminister Édouard Philippe sagte, vor einigen Wochen noch Bürgermeister der mehr als 170 000 Einwohner zählenden Stadt in der Normandie. Dazu eingeladen wurden mehr als 60 Künstler, die die Stadt unter dem Titel „Ein Sommer in Le Havre“ in ein Freiluftmuseum verwandelt haben.

Die Künstler arbeiten mit den Wahrzeichen von Le Havre. Der in Berlin lebenden Japanerin Chiharu Shiota dient die Kirche St. Joseph als Inspirationsquelle, ein einzigartiger Bau aus 700 Tonnen Stahl und 500 000 Tonnen Beton. Ihre „Accumulation of Power“ ist ein dichtes Gewirr aus blutroten Fäden. Leicht wie eine Wolke schwebt es in den über 100 Meter hohen Turm hinauf, in dem die mehr als 12 000 Glasfenster der Kirche kulminieren. Rund 350 Kilo Wollfäden waren für das Werk nötig. Zum Ausdruck will die 45-Jährige damit bringen, dass das Gotteshaus ein kollektiver Raum ist, der spirituelle Kräfte und Energien bündelt.  

Le Havre ist Frankreichs zweitgrößter Hafen nach Marseille. Transatlantikfrachter aus aller Welt legen an, Millionen von Containern werden jährlich umgeschlagen. Darauf spielt Vincent Ganivet mit seiner monumentalen Bogen-Installation aus bunten, mit Zement gefüllten Frachtcontainern an. Ganivets waghalsiges Werk ist eine technische Spitzenleistung, die den Gesetzen der Schwerkraft trotzt.   

Auguste Perret (1874-1954) war einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Eine Hommage an ihn und Le Havre, das als sein Meisterwerk gilt, stellt die weiße Beton-Skulptur „Up#3“ von Sabina Lang und Daniel Baumann dar. Ihre schlichten und eleganten Linien ragen am Strand in die Höhe. Sie spielen mit der Form des Rechtecks, der Grundstruktur aller Perret-Wohnhäuser.

Ebenfalls am Strand stehen auch die von Karel Martens gestalteten Badehütten. Von den 713 Hütten, die jährlich zur Sommerzeit aufgebaut werden, sind dieses Jahr 473 mit bunten Streifen verziert. Doch weder die Breite der Streifen noch ihre Farben sind zufällig. Informationswissenschaftler haben im Auftrag des niederländischen Künstlers die von König Franz I. unterschriebene Gründungsakte der Stadt in ein Codesystem aufgelöst. Das Ergebnis: Eine Palette aus zehn Farben und sechs Streifenformate. 

Monet hat sein bahnbrechendes Werk „Impression - soleil levant“ (etwa: Eindruck, Sonnenaufgang) im November 1872 in der Hafenstadt gemalt. Das Gemälde, das den Impressionismus eingeläutet hat, befindet sich heute in den Sammlungen des Pariser Museums „Marmottan Monet“. Zum 500. Jubiläum kehrt das Chef-d’oeuvre wieder in die Stadt zurück.

Vom 9. September bis 8. Oktober wird es im Museum Malraux zu sehen sein, zusammen mit rund 30 Ansichten des Hafens, die William Turner und Eugène Boudin gemalt haben. Damit erinnert das Jubiläumsprogramm, das am 5. November endet, daran, dass Le Havre eine der bedeutendsten Sammlungen impressionistischer Werke besitzt. 

dpa

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