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Kultur Leidenschaft mit klarem Ordnungssinn
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00:00 04.05.2016

„Leidenschaft pur“ versprach mit seinem Namen das 5. Schweriner Sinfoniekonzert. In drei Farben schillerte sie hier, argentinisch, französisch, russisch, unter der Hand des japanischen Gastdirigenten Tetsuro Ban (48), Generalmusikdirektor in Regensburg — Globalisierung musikalisch?

Los ging‘s mit Astor Piazzollas „Libertango“ (1973), ungewohnt in einem Sinfoniekonzert, fünf Minuten, so leidenschaftlich wie ein tickendes Uhrwerk gespielt. Auch das folgende, selten gespielte Cellokonzert d-Moll (1877) des französischen Romantikers Édouard Lalo kocht nicht über vor Leidenschaft, in seiner konzilianten Melodik in mondänen Farben. Julian Steckel (34), Celloprofessor an der Rostocker Musikhochschule und ein international erfolgreicher Solist, gestaltete es sehr französisch, mit viel Ordnungssinn für die Klarheit der Formen, mit einer klanglichen Geschmeidigkeit von fast vornehmer Eleganz, nur ein wenig gestört von den gelegentlich zu massierten Einwürfen des Orchesters.

Den erlebnisreichen Höhepunkt des Abends bildete Prokofjews Romeo-und-Julia-Musik — meisterhaft erfunden in ihrer genauen Charakteristik. Hier in einer knappen Zusammenstellung aus den beiden Ballettsuiten (1936) mit nahezu sinfonischem Format. Damit konnte Tetsuro Ban mit der Mecklenburgischen Staatskapelle sein Können beweisen, mit einer spannungsvollen Dramaturgie, mit ausbalanciertem Klang (was beim chronischen Streichermangel der Kapelle nicht leicht ist), mit opulenter Intensität in den dramatischen und rhythmisch bewegten Sätzen, mit einer nicht ganz ausdifferenzierten Biegsamkeit in den lyrischen Teilen.

Geradezu aufwühlend die beiden Schlusssätze, „Tybalts Tod“ und „Romeo am Grabe Julias“, zwei Formen der Klage, einmal der empörte Aufschrei, das andere Mal die verinnerlichte Fassungslosigkeit, in denen sich gleichsam der ganze Schmerz über eine verfehlte Welt artikulierte — aufgefangen in einem zart aufglimmenden Hoffnungslicht.

OZ

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