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Leipziger Buchmesse endete mit Besucherrekord

Leipzig Leipziger Buchmesse endete mit Besucherrekord

Mit einem Besucherrekord ist am Sonntag die Leipziger Buchmesse zu Ende gegangen. Seit Donnerstag besuchten nach Angaben der Veranstalter rund 285000 Gäste das Frühjahrstreffen der Branche.

Leipzig. Mit einem Besucherrekord ist am Sonntag die Leipziger Buchmesse zu Ende gegangen. Seit Donnerstag besuchten nach Angaben der Veranstalter rund 285000 Gäste das Frühjahrstreffen der Branche. Davon seien allein 208000 auf dem Messegelände gezählt worden. Die übrigen besuchten demnach die rund 3400 Veranstaltungen des Lesefestes „Leipzig liest!“.

Im vergangenen Jahr hatte die Messe rund 260000 Gäste, etwa 195.000 davon auf dem Messegelände.

„Als Fach- und Publikumsmesse gab die Leipziger Buchmesse auch 2017 wieder wichtige Impulse zur Literaturvermittlung für Verleger, Buchhändler, Autoren, Lektoren, Übersetzer, Blogger oder Leser“, sagte Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Zugleich habe sich die Messe politisch präsentiert wie nie zuvor. Knapp 2500 Aussteller aus 43 Ländern stellten auf der Messe und der zum vierten Mal parallel veranstalteten Ausstellung „Manga-Comic-Con“ ihre Neuerscheinungen vor. Das Schwerpunktland Litauen wurde von rund 100 Mitwirkenden in etwa 60 Veranstaltungen präsentiert.

Neben Diskussionen zur Zukunft Europas und den westlichen Werten war auf den stadtweit 571 Bühnen auch das 500. Reformationsjubiläum 2017 ein Schwerpunktthema. Der evangelische Theologe und frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer betonte den Zusammenhang zwischen dem Reformator Martin Luther (1483-1546) und der friedlichen Revolution in der DDR von 1989. Dieses „historische Wunder“ sei „auch mit Martin Luther verbunden, der gesagt hat: nicht mit Gewalt, sondern mit dem Wort“, sagte Schorlemmer. Was damals, Im Herbst 1989 in Leipzig passiert sei, sei auch aus diesem Geist heraus entstanden.

Mit Blick auf die Literatur zum Reformationsjubiläum 2017 kritisierte Friedrich Schorlemmer Autoren und Kommentatoren, „die nur daran interessiert sind, was es an Luther zu mäkeln gibt“. Er selbst habe in seinem aktuellen Buch herausgestellt, was ihm an Martin Luther gefalle, „und das andere nicht verschwiegen“, ergänzte der Theologe mit Bezug etwa auf den Judenhass in Luthers Spätwerk. Denn wer heute ein Buch über Luther schreibe, müsse sich in die Zeit des 16. Jahrhunderts hineinversetzen. „Es gab zu dieser Zeit niemanden, der nicht auch antijudaistisch publiziert hätte“, sagte Friedrich Schorlemmer.

OZ

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