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Kultur Leiser Abschluss einer begeisternden Saison
Nachrichten Kultur Leiser Abschluss einer begeisternden Saison
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00:01 19.09.2016

Mit einem eindrucksvollen sinfonischen Konzert in der Konzertkirche Neubrandenburg beendeten am Sonnabend die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ihre Sommersaison – zahlenmäßig und inhaltlich eine imponierende Saison, neue Rekorde mit rund 80000 Besuchern in 133 Konzerten an 74 Orten, eine ausbalancierte Programmstruktur, ausgespannt zwischen attraktiven Events und Open Airs sowie fesselnden und anspruchsvollen Intensivveranstaltungen – und immer mit einem hohen künstlerisch-musikalischen Anspruch.

Da konnte Sebastian Schröder, Staatssekretär im Kultusministerium Schwerin, in seiner Begrüßung konstatieren: „Das ganze Land wurde zu einem großen Konzertpodium gemacht“ und auf die damit erreichte „fantastische Werbung für Mecklenburg-Vorpommern“ verweisen. Intendant Markus Fein wollte – wie er sagte – „seine Begeisterung für diese Saison gar nicht kaschieren“ und präsentierte eine lange Liste jener verschiedenartigsten Veranstaltungen, die ihn besonders beeindruckt hatten, verbunden mit dem Dank an Unterstützer, Förderer, Freunde, Spender und Sponsoren des Festivals, deren Vertreter zumeist unter den rund 800 Zuhörern saßen.

Auf diese stolze Bilanz setzte die NDR Radiophilharmonie Hannover das musikalische i-Tüpfelchen mit einem eher „leisen“ Programm, mit dem Cellokonzert (1919) von Edward Elgar in seiner beladenen seelischen Intimität und mit der heiter durchsonnten Sinfonie Nr. 8 C-Dur op. 88 (1890) von Antonín Dvorák. Daniel Müller-Schott (40), einer der ersten Preisträger und Stammgast der Festspiele, musizierte das Elgar-Konzert mit lässiger Meisterschaft, abgeklärt und ein wenig distanziert, nicht mit jener Ausdrucksentschlossenheit, die bis in die feinsten Spitzen vordringen will, so dass es als schmerzfreie, elegant gebogene Elegie erschien, in die das Orchester die spannungsvollen Akzente setzte.

Aus der Dvorák-Sinfonie machte die Radiophilharmonie unter Karl-Heinz Steffens (55), Generalmusikdirektor in Ludwigshafen, den Höhepunkt des Abends, mit einem hastlosen, runden romantischen Klang, fein ausbalanciert, ohne Schwerlast und Protz, mit einer delikaten Streicherkultur: die hinreißende Ermunterung zur Lebensfreude, die gekrönt wurde von der bezaubernden melancholischen Beschwingtheit eines Tschaikowski-Satzes als Zugabe.

Heinz-Jürgen Staszak

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