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Leonardos „Salvator Mundi“ im Golf-Emirat

Abu Dhabi Leonardos „Salvator Mundi“ im Golf-Emirat

Das Geheimnis ist gelüftet: Das für 450 Millionen Dollar in New York versteigerte Werk kommt nach Abu Dhabi

Abu Dhabi. . Der erst vor einem Monat eröffnete Louvre Abu Dhabi sorgt mit einem spektakulären Neuzugang für Aufsehen. Das Museum im reichen Golf-Emirat wird bald das für eine Rekordsumme versteigerte Gemälde „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci zeigen. Jedoch schweigt es sich noch über die Details aus. Die Ankündigung verbreitete das Museum in einem knappen Einzeiler über Twitter. Nachfragen wollte es gestern nicht beantworten.

 

OZ-Bild

„Salvator Mundi“ von Leonardo Da Vinci (†1519)

Quelle: Foto: Christie's, Dpa

Das Gemälde, das den „Erlöser der Welt“ Jesus Christus zeigt, war Mitte November für 450 Millionen Dollar (ca. 383 Mio. Euro) bei Christie's in New York versteigert worden. Damit wurde es nach Angaben des traditionsreichen Hauses zum teuersten je bei einer Auktion verkauften Kunstwerk.

Der Käufer des Bildes war zunächst unbekannt geblieben. Die „New York Times“ berichtete Mittwoch, es handele sich um den saudischen Prinzen Bader bin Abdullah bin Mohammed bin Farhan al-Saud. Das vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel errichtete spektakuläre Museum war im November nach über zehnjähriger Planungs- und Bauzeit eröffnet worden. Es beherbergt nach eigener Aussage die erste Ausstellung mit universellem Anspruch in der arabischen Welt. Auf über 6000 Quadratmetern soll die Geschichte der Menschheit erzählt werden. Neben 300 Leihgaben aus Frankreich hat das Museum 600 Kunstwerke erworben.

Bei „Salvator Mundi“ handelte es sich laut Christie`s um das letzte bekannte Gemälde des italienischen Renaissance-Künstlers in Privatbesitz. Kritiker bezweifeln aber, dass Leonardo das Werk alleine erstellt hat und nicht noch Kollegen seiner Werkstatt daran beteiligt waren. Lange galt es als verschollen oder zerstört, wurde Mitte der 2000er Jahre wiederentdeckt und landete im Besitz des russischen Milliardärs Dmitri Rybolowlew.

Dass es nun seinen Weg in die Emirate findet, ist bemerkenswert, schon allein, weil damit ein Christus-Bild bald in einem islamischen Land ausgestellt wird. Vor allem konservative und radikale Lesarten des sunnitischen Islam missbilligen die bildliche Darstellung von Propheten. Mohammed wird deshalb häufig ohne Gesicht gezeigt. Jesus Christus gilt auch Muslimen als Prophet, aber nicht als Gottes Sohn.

Mit dem Museum will Abu Dhabi sich modern, weltoffen präsentieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass am reichen Golf einerseits große Summen für Werke vor allem aus der westlichen Welt gezahlt werden, die eigene Kunst aber vernachlässigt wird. Beobachter sehen einen „kulturellen Rüstungswettlauf“ zwischen den Golfstaaten. Mit dem Museum für Islamische Kunst und dem Arabischen Museum für Moderne Kunst hat sich Katars Hauptstadt Doha einen Namen unter Kunstfreunden gemacht. Der Käufer von „Salvator Mundi“ gilt weiter als Unbekannter.

Jan Kuhlmann

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