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Lit.Cologne mit Benefizabend für Flüchtlinge

Köln Lit.Cologne mit Benefizabend für Flüchtlinge

Die Lit.Cologne im Zeichen der Flüchtlinge: Das Festival plant einen Benefiz-Abend, hat aber auch einen Autor eingeladen, der sich kritisch mit dem Frauenbild seiner algerischen Heimat beschäftigt. Einer wird bei all dem fehlen.

Köln. Vom Schriftsteller Martin Walser bis zum Schauspieler Til Schweiger reicht die Gästeliste der diesjährigen Lit.Cologne. Das Kölner Literaturfestival beginnt am Dienstag (20.00 Uhr) zum 16. Mal und läuft bis zum Samstag kommender Woche (19. März).

Beim letzten Mal kamen mehr als 100 000 Besucher - nach Veranstalterangaben ist es damit das größte Literaturfestival Europas. Wie immer wird das Festival privatwirtschaftlich organisiert - ohne Subventionen.

Martin Walser will seinen neuen Roman „Ein sterbender Mann“ vorstellen.Bei einem Benefiz-Abend in der Lanxess-Arena diskutieren Prominente wie Bestseller-Autor Frank Schätzing und Schauspieler Til Schweiger über die Themen Flucht, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Das Kölner Literaturfestival Lit.Cologne steht dieses Jahr im Zeichen der Flüchtlinge. „Die Integration durch Sprache ist enorm wichtig“, sagte Festivalchef Rainer Osnowski der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir haben einen Benefiz-Abend ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, darüber aufzuklären und Geld einzusammeln, um damit ganz konkret Sprachkurse zu fördern.“

Das knapp zweiwöchige Festival sollte am Dienstagabend mit einer Gala zur Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises beginnen. Bis zum Samstag kommender Woche stehen 186 Veranstaltungen auf dem Programm. Es wird mit mehr als 100 000 Besuchern gerechnet - sie machen die Lit.Cologne nach Veranstalterangaben zum größten Literaturfestival Europas.

Natürlich werde der Benefizabend nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, sagte Osnowski. „In erster Linie ist natürlich die Schaffung von Öffentlichkeit eine vordringliche Aufgabe für uns. Weil wir damit einfach zeigen: Leute, ihr könnt euch drehen und wenden, wie ihr wollt, die Menschen werden hier bleiben, und wenn wir keine Parallelgesellschaften haben wollen, müssen wir diesen Menschen den Zugang zur deutschen Sprache ermöglichen. Ich glaube, da wird ein Impuls von Köln ausgehen.“

Eine besondere Aktualität erhalten hat auch eine Lesung des algerischen Autors Kamel Daoud am kommenden Sonntag. Nach der Kölner Silvesternacht hatte Daoud in einem Beitrag für die „New York Times“ die Frauenfeindlichkeit nordafrikanischer Länder angeprangert. Als Ursache sieht er die Tabuisierung von Sex in islamischen Gesellschaften. Politisch wird es auch mit Nadja Tolokonnikowa, Mitbegründerin der russischen Punk-Band Pussy Riot: Sie stellt ihr Buch „Anleitung für eine Revolution“ vor.

In einer Hinsicht wird die 16. Lit.Cologne ärmer als die vorigen 15 Ausgaben: Sie muss erstmals ohne Roger Willemsen auskommen. Der Bestsellerautor und Fernsehmoderator war am 7. Februar im Alter von 60 Jahren gestorben. „Eine Lit.Cologne ohne Roger Willemsen ist eigentlich gar nicht vorstellbar“, sagte Osnowski. „Jedes Jahr haben wir vier Veranstaltungen mit ihm gemacht. Das war das Sichtbare, was Roger Willemsen für die Lit.Cologne getan hat, aber sein Wirken hinter den Kulissen war genauso wichtig. Dass er uns da immer als Freund und Berater zur Verfügung stand.“ In seinem Sinne wolle sich das Festival weiterhin einmischen - auch politisch.

dpa

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