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„Local Heroes“ und Filme, die man sonst nicht sehen könnte

Sellin/Rügen „Local Heroes“ und Filme, die man sonst nicht sehen könnte

Das erste Rügen International Film Festival startet Anfang Oktober

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Die Schauspielerin Katrin Sass bei Dreharbeiten für den fünften Usedom-Krimi „Trugspur“ (ARD) im polnischen Swinemünde. Sass spielt die Ex-Staatsanwältin Karin Lossow. Der Film läuft zum Auftakt des neuen internationalen Filmfestivals auf Rügen.

Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Sellin/Rügen. Der Countdown läuft noch etwas weiter: Bis zum 21. Juli wurde jetzt der „Call for Films“ des ersten Rügen International Film Festivals für seine Extrareihe „Local Heroes“ verlängert. Filmemacher können hier ihre Arbeiten aus und über Pommern einreichen. „Die Region definieren wir dabei nicht nationalstaatlich, sondern eher historisch-kulturell, Pommern schließt da für uns Deutschland und Polen ein“, betont der Filmproduzent Alexander Ris als Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des neuen Filmfestivals auf Deutschlands größter Insel.

OZ-Bild

Das erste Rügen International Film Festival startet Anfang Oktober

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Brücken zwischen Deutschland und anderen Ostseeländern wird das neue Rügener Kultur-Highlight vom 4. bis 8. Oktober viele schlagen. Vor allem Brücken nach Polen. Es beginnt mit dem Eröffnungsfilm „Trugspur“, dem fünften Usedom-Krimi, den Hauptdarstellerin Katrin Sass zusammen mit dem polnischen Hauptdarsteller Igor Kujawski als Preview in Sellin präsentiert. Eine enge Kooperation verbindet das Rügener Filmfestival zudem mit dem Szczecin European Film Festival, dessen Leiter Bartosz Wojcik zugleich Mitglied der internationalen Jury auf Rügen ist. Diese, bestehend aus renommierten Filmleuten wie der schwedischen Produzentin Helena Danielsson, der litauischen Schauspielerin Aiste Dirziute, der maltesischen Regisseurin Rebecca Cremona und dem ZDF/Arte-Redaktionsleiter Meinolf Zurhorst, wird über den Hauptpreis des Wettbewerbs „To See The Sea“ entscheiden. Er ist mit 7500 Euro dotiert und von der OSTSEE-ZEITUNG finanziert. Hinzu kommen weitere Auszeichnungen, darunter der Preis „Leben am Wasser“ in der Filmreihe „Inselwelten“, ein „Findling“ sowie ein Publikumspreis.

Für den Wettbewerb im Zentrum des neuen Festivals verspricht Alexander Ris exklusive Erlebnisse. Es laufen neun Filme, jedes Ostsee-Anrainerland ist vertreten. Dieses Programm, das Anfang August detailliert vorgestellt werden soll, entstand in Zusammenarbeit mit den nationalen Filminstituten dieser Länder. „Wir sind im Arthaus-Bereich und dort bei anspruchsvoller Unterhaltung“, umreißt der Festivalchef das Konzept, „Filme mit Köpfchen“ in einem Publikumsfestival zu präsentieren. Die Auswahl werde hierzulande Werke „sichtbar machen“, die in hiesigen kommerziellen Strukturen keinen Verleiher haben, aber dennoch sehenswert sind. So laufe mit dem polnischen Beitrag „Planet Single“ von Mitja Okorn (2016) eine anspruchsvolle Komödie, die in der Heimat bereits über zwei Millionen Zuschauer erreicht hat.

Auch der deutsche Beitrag im Rügener Wettbewerb, „Freddy Eddy“ von Tini Tüllmann, kann möglicherweise andernorts durch ein solches Festival Popularität erhalten: Soeben hat er beim Baltischen Debütfilm-Festival im russischen Swerdlogorsk den Preis für die Beste Regie gewonnen.

„Wir sind übrigens auch die Einzigen, die eine Retrospektive zu 30 Jahren Europäischer Filmpreis im Programm haben“, sagt Lis. „European Highlights“ soll sie heißen und Werke wie „Ein kurzer Film über das Töten“ des Polen Krzysztof Kieslowski, der 1988 der erste „Beste Europäische Film“ wurde, bis zu „Goodbye, Lenin“, der 2003 als erster deutscher Film diesen preis erhielt. Übrigens wieder mit Katrin Sass, womit sich die Kreise schließen.

Mit Christoph Ehler tritt übrigens ein gebürtiger Rüganer (Göhren) beim Filmfestival an: mit seiner Dokumentation „Imbiss“ über das Flüchtlings-Thema.

Veranstaltet wird das Rügen International Film Festival von der Baltic International Filmfestival gGmbH Putbus, die eigens dafür von der Kulturstiftung Rügen gegründet wurde. Das Wirtschaftsministerium ist mit 150000 Euro im Boot, ebenso der Landkreis. Neben Schauplätzen in Sellin, Putbus und Sassnitz gehören auch die Museumswerft Greifswald und die Kulturkirche Stralsund zu den Austragungsorten des Festivals.

Neues Festival macht Filmkunst des Ostseeraums sichtbar

Das Rügen International Film Festival läuft erstmals vom 4. bis 8. Oktober 2017. Rund 50 Veranstaltungen sind angekündigt, neun Filme laufen im Wettbewerb (einer aus jedem Ostsee-Anrainerland).

Geplant sind dazu Beiträge in den Reihen „Inselwelten“, „Local Heroes“, „European Highlights“. Im Rahmenprogramm: Ein baltischer Abend in Lauterbach, die Ostsee-Ausgabe des Regie-Workshops „A Sunday in the Country“ mit den baltischen Filminstituten und der europäischen Filmakademie in Sassnitz, eine Matinee-Reihe zu aktuellen Filmen im Theater Putbus.

Gesamtprogramm Anfang August in der OZ, Kartenvorverkauf ab Anfang September.

Dietrich Pätzold

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