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Machetenmörder zu Besuch

Warnemünde Machetenmörder zu Besuch

Krimiautor Frank Goyke las in Warnemünde aus seinem Roman „Mörder im Chat“.

Warnemünde. „Miriam, Vorsicht!“, kann der Baseler Stephan Hagner gerade noch seiner Rostocker Freundin mitteilen, bevor er per Video-Chat Zeuge eines Verbrechens wird: Miriam, hinterrücks erschlagen mit einer Machete. Dann klappt der maskierte Mörder den Laptop zu. Tatort: eine Wohnung in Lütten Klein, Hochhausviertel Rigaer Straße.

So beginnt der Kriminalroman „Mörder im Chat“, aus dem der Berliner Autor Frank Goyke (51) am Donnerstagabend las. 40 Gäste waren zu der Lesung in die Buchhandlung Krakow nach Warnemünde gekommen, um gespannt zu lauschen, wie Goykes Kripo-Duo Barbara Riedbiester und Jonas Uplegger ermitteln.

Die meisten Zuhörer, da selbst aus Rostock, konnten nachvollziehen, wie sich Riedbiester und Uplegger durch die Stadt bewegen. „Ich mag es, fiktive Figuren in eine reale Welt zu setzen“ , gesteht Goyke. Auch wenn er längst in Berlin lebt, schreibt der gebürtige Rostocker gern über seine Heimatstadt. Die Windmühlen-Hochhäuser in der Rigaer Straße: Frank Goyke erinnern sie an Manhattan.

Real seien im Krimi die Handlungsplätze. So lässt Goyke seine Protagonisten am Lütten Kleiner Boulevard schlendern oder sie zum Polizeipräsidium in der Blücherstraße fahren.

Tatsächlich beruhe die Handlung auf einem echten Kriminalfall, nur sei dieser vor Jahren in Toronto passiert, während ein chinesischer Student online zuschaute. Die Figur der Miriam sei dagegen erfunden. Nicht immer gelingt es, das Fiktive fiktiv bleiben zu lassen. Das erfuhr Goyke kurioserweise, als er am Vorgänger „Mörder im Gespensterwald“ schrieb, ebenfalls im Hinstorff Verlag erschienen.

Goyke fabulierte da von einem italienischen Restaurant „Al Faro“ in Warnemünde. Kurze Zeit später gab es das tatsächlich. Ohne dass Autor und Besitzer voneinander wussten. „Wir werden beim „Al Faro“

anfragen, ob wir dort eine Lesung machen dürfen“, schlägt Conny Ledwig vom Rostocker Hinstorff Verlag lachend vor. Auch Frank Goyke hat Grund zum Lachen: Dies ist bereits sein dritter Ostseekrimi.

Christina Damdinsuren

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