Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Macron und Merkel eröffnen Frankfurter Buchmesse
Nachrichten Kultur Macron und Merkel eröffnen Frankfurter Buchmesse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:11 10.10.2017
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron im Pavillon des Gastlandes Frankreich auf der Buchmesse in Frankfurt am Main. Quelle: Boris Roessler
Anzeige
Frankfurt/Main

Die 69. Frankfurter Buchmesse ist am Dienstag offiziell eröffnet worden. Auf der weltgrößten Bücherschau werden bis kommenden Sonntag rund 270 000 Besucher erwartet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron betonten in ihren Ansprachen bei der Eröffnungsfeier, wie sehr die Kultur beide Länder verbinde - trotz aller Kontroversen und Kriege. Merkel und Macron besichtigten am Abend gemeinsam einen Nachbau der Gutenberg-Presse und druckten die erste Seite der Menschenrechtserklärung.

Die Veranstalter der Buchmesse rechnen in diesem Jahr mit einer leichten Steigerung der Ausstellerzahl um gut zwei Prozent. Insgesamt werden zur weltgrößten Bücherschau rund 7300 Anbieter aus mehr als 100 Ländern erwartet, wie Buchmesse-Direktor Juergen Boos sagte. Ehrengast ist Frankreich, es sind allein 200 Schriftsteller aus der frankophonen Welt angekündigt.

Zum Messeauftakt forderte die deutsche Buchbranche von der künftigen Bundesregierung mehr Einsatz für eine unabhängige und lebendige Verlagslandschaft. „Es geht um nichts Geringeres als die Qualität der Bildung“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller.

Nur wenn Verlage auch eine marktgerechte Vergütung erhielten, könnten sie in Literatur und innovative Vertriebsmodelle investieren, sagte Riethmüller. Er kritisierte die vom Bundestag im Sommer beschlossenen Einschränkungen des Urheberrechts. Wenn etwa Kindergärten und Hochschulen bestimmte Anteile von digitalen Werken kostenlos zusammenstellen dürften, sei dies ein schwerer Schlag für die rund 600 Bildungs- und Wissenschaftsverlage.

Angesichts eines erstarkten Rechtspopulismus und von Fake News komme den Verlagen eine wichtige Rolle zu, sagte Boos. „Wir liberal-demokratisch gesinnte Büchermenschen müssen in Zeiten, in denen ... die Verbreitung von Angst und Hass wieder gesellschaftsfähig wird, mit attraktiven Gegenentwürfen antworten“, erklärte der Buchmesse-Direktor. „Wir haben die besseren Geschichten, bei uns gibt es die menschenfreundliche Variante.“

Auch Riethmüller betonte, dass Verlage und Buchhandlungen verlässliche Informationen lieferten und den gesellschaftlichen Dialog förderten. „Wir stehen für Pluralität und den Austausch von Meinungen“, sagte er zur Eröffnung. Bücher seien auch Zündstoff und würden daher von Despoten gefürchtet.

Das Buch erlebe seine „weltweit beste Zeit seit 50 Jahren“, sagte der Chef des weltgrößten Publikumsverlags Penguin Random House, Markus Dohle. Die Buchmärkte seien in den vergangenen Jahren in den meisten Ländern langsam, aber kontinuierlich gewachsen, und es habe sich eine „gesunde Koexistenz“ zwischen gedruckten und digitalen Büchern entwickelt.

Besonders positiv stimmt Dohle, dass Kinder- und Jugendbücher in den wichtigen Märkten zu den am schnellsten wachsenden Kategorien zählten. „Geschichten erzählen und Geschichten konsumieren, wird auch in den kommenden Generationen wichtig sein.“ Die Renaissance des gedruckten Buches sei auch erfreulich, weil sie den Buchhandel stabilisiere. Der Buchhändler vor Ort sei immer noch der wichtigste Ort für Leser, um neue Geschichten zu entdecken.

dpa

Mehr zum Thema

Im Schweinsgalopp durch Brüssel: Robert Menasse hat für seinen Roman über die Euro-Bürokraten den Deutschen Buchpreis erhalten.

09.10.2017

Die deutsche Buchbranche hat die künftige Bundesregierung aufgefordert, sich für eine lebendige und vielfältige Verlagslandschaft einzusetzen.

10.10.2017
Kultur «Francfort en français» - Frankreichs Pavillon braucht Asterix nicht

Die gesamte französischsprachige Welt will Ehrengast Frankreich auf der Buchmesse präsentieren. Im Pavillon haben die Franzosen dafür einen kleinen Parcours angelegt.

10.10.2017

Gitarrensaiten werden zu Schamhaaren, eine Nase zu einem Phallus: 1932 erreicht die Erotik in Picassos Kunst ihren Höhepunkt. In Paris wird das Schaffen erstmals in einer Tageschronologie illustriert.

10.10.2017

Erkenn dich selbst: Der Cannes-Sieger „The Square“ ist eine clevere Gesellschaftssatire, in der einem manches vertraut vorkommt. Vielleicht sogar allzu vertraut.

10.10.2017
Kultur «Francfort en français» - Frankreichs Pavillon braucht Asterix nicht

Die gesamte französischsprachige Welt will Ehrengast Frankreich auf der Buchmesse präsentieren. Im Pavillon haben die Franzosen dafür einen kleinen Parcours angelegt.

10.10.2017
Anzeige