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Märchenhafte Exotik – und mehr

Märchenhafte Exotik – und mehr

Souveräne Philharmoniker überzeugten beim letzten Konzert der laufenden Spielzeit

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Ekkehard Ochs über das 7. Philharmonische Konzert in Greifswald

Vorpommerns Philharmoniker lieferten sich in ihrem 7. und letzten Philharmonischen Konzert der laufenden Spielzeit geradezu genießerisch und mit vollem Einsatz ganz einer exotisch-fantasievollen Märchenwelt aus. Dies zunächst klassisch mit Mozarts nicht nur Osmanisches vermittelnden Ouvertüre zur „Entführung aus dem Serail“.

Dann – recht gegenwärtig – als Violinkonzert (2007), das der türkische Pianist und Komponist Fazil Say thematisch in der Welt von „Tausendundeiner Nacht“ ansiedelte („1001 Nights in the harem“) und schließlich als Prunkstück musikalischer Fabulierkunst: Rimski-Korsakows viersätzige, auf derselben Grundlage basierende Orchestersuite „Scheherazade“.

Ist Mozarts übrigens sehr fesch musizierte allgemeine humane Botschaft konzeptionell das eher etwas vordergründige, seinerzeit beliebte „Türkenstück“, wurzeln Rimski-Korsakow und Say tiefer im Orientalischen selbst. Ersterer will dort beheimatete „Märchengeschichten“ erzählen, Letzterer macht Ähnliches nur mit anderen, neueren Mitteln. Beiden ist der bewusste Griff zum musiksprachlich exotischen Bezug aber nicht nur Folklore; beim Russen gerät das allerdings eher erzählerisch „beschreibend“, bei Say stärker individualisiert und reflektiv.

Generalmusikdirektor Golo Berg hat diese Unterschiede deutlich gemacht: „Scheherazade“ in ihrer ganzen einfallsreichen und glänzend instrumentierten Klangpracht, großformatig, episch und bildhaft griffig; Says weniger konkret scheinende „Geschichten“ dagegen klangfiligran, in schillernder Farbigkeit und dynamisch von größter Reichhaltigkeit und Spannung.

Wie dieses Werk überhaupt den gelungenen Versuch darstellt, prägende Idiome des Märchenhaften und Nationalen mit klassischen Traditionen zu verbinden. Erfolgsgaranten waren hier wieder überaus souveräne Philharmoniker und Meistergeiger Friedemann Eichhorn, dem Mentalität, Stilspezifik und teils unübliche Spielweise des Werkes sichtlich lagen.

OZ

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