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Kultur „Magie der Fjorde“ doppelt geehrt
Nachrichten Kultur „Magie der Fjorde“ doppelt geehrt
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00:00 08.10.2018
Kameramann und Regisseur Jan Haft (2. v. r.) erhielt für „Magie der Fjorde“ zwei Preise beim Darßer Naturfilm-Festival. FOTOS (2): UWE ROSSNER
Wieck

Mecklenburg-Vorpommern ist reich an Filmfestivals. Im Jahreslauf zieht es Filmschaffende, Publikum und Jurys beispielsweise nach Schwerin, Wismar, Rostock, Neubrandenburg oder Neustrelitz. In Wieck auf dem Darß wird jeden Herbst der Natur der rote Teppich ausgerollt. In der Zeit des Kranichzuges, der Brunft der Hirsche, der ersten Stürme und fotogenen Sonnenuntergänge zieht es Naturliebhaber auf die Halbinsel. Über den diesjährigen Besucherrekord freute sich Kai Lüdeke. „Es ist toll“, äußerte der Festivalleiter am Sonnabend. Möglich sei dies nur durch die gute Zusammenarbeit der Darßgemeinden. Das spürten auch die Filmemacher.

Die gute Zusammen- arbeit der Darß- gemeinden macht mit den Erfolg aus. Das spürten auch die Filmemacher. Kai Lüdeke, Festivalleiter

In dieser Saison kamen Ahrenshoop mit der Literatur und Zingst mit der Fotografie als Standorte hinzu. Erstmals in der Festivalgeschichte lief das 360 Grad Kinoschiff drei Mal mit der einsetzenden Dämmerung von Born zur abendlichen Kranichschau und Naturfilmvorführung aus.

In seinem Grußwort zur Verleihung des Deutschen Naturfilm-Preises in der Wiecker Arche verwies Reinhard Meyer am Samstagabend als Chef der Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern auf die diesjährige Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Dort punktete MV mit atemberaubenden Luftaufnahmen von der Vorpommerschen Boddenlandschaft. Laut einer aktuellen bundesweiten Forsa-Umfrage werde mit Mecklenburg-Vorpommern an erster Stelle Urlaub und danach Natur verbunden. Den hohen überregionalen wie internationalen Wiedererkennungswert der einzigartigen hiesigen Landschaft will die Landesregierung innerhalb der Bundesrepublik als Marke ausbauen. „Es steht und passt zu uns“, so Meyer. Bis zum Ende des Jahres soll zudem der Filmstandort Mecklenburg-Vorpommern weiterentwickelt und gestärkt werden. Groß war seine Freude über die starke Verankerung des Darßer Naturfilm-Festivals in der Region.

Alle sieben möglichen Preise gingen an die insgesamt zwölf Nominierten. Großer Gewinner des Abends war dabei Jan Haft. Für seinen Film „Magie der Fjorde“ sprachen die Darßer Dachse von der Freien Schule Prerow den mit 1000 Euro dotierten Preis der Kinderjury und die fünfköpfige Preisjury die mit 7500 Euro versehene Auszeichnung in der Kategorie „Bester Film Wildnis Natur“ zu. „Für uns hält schon der Name des Films, was er verspricht“, lautete die Begründung der Junior Ranger Lea, Lenelies, Lilian, Fridolin und Niklas.

Die schönen Bilder, die großen und kleinen Bewohner des Nordens sowie das Timing der Kameraleute faszinierte sie. Aber nicht nur das. „Einen spontan mitsingenden Junior-Ranger-Chor gab es in der Kinderjury noch nie“, berichteten sie in der Arche den rund 200 Versammelten über ihre jüngste Kritikertätigkeit.

Rosie Koch und ihr Kameramann Roland Gockel freuten sich über den Publikumspreis für ihre Reportage über Kanadas letzten Lachszähler Stan Hutchings. „Der Film ist ein Herzensprojekt. Wir sind mit Stan immer noch im Kontakt“, erzählte die glückliche Regisseurin.

Das Geheimnis des Kuckucks lüfteten Volker Arzt und Angelika Sigl in ihrer Einreichung „Überraschungseier – Neues von Kuckuck und Co.“ und empfingen dafür den Jurypreis in der Kategorie Bestes Tierverhalten. Den Preis für die beste Visualisierung erhielt der Beitrag „Terra X: Unsere Wälder“. Die beste Story lieferte in diesem Jahr Oliver Goetzel mit „White Wolves – Ghosts oft the Arctic“.

Der Regisseur gestand: „Die Wölfe haben das Drehbuch geschrieben.“

In der zweiten, ebenfalls mit 7500 Euro dotierten Hauptkategorie Mensch und Natur räumte der Journalist und Filmemacher Johan von Mirbach mit „Die geheimen Machenschaften der Ölindustrie“ ab. Darin deckt der Regisseur auf: Bereits vor 60 Jahren wusste der Konzernriese Exxon um den Einfluss vom Kohlendioxid auf die Erderwärmung.

Auf die Frage nach 2019 antwortete Kai Lüdeke dem abendlichen Moderator Eric Mayer: „Ein paar Tage vor dem diesjährigen Start stand die Idee fest.“ Die Bitte des Festivalleiters an alle lautete:

„Macht einen Anbau für die Arche oder einen Neubau möglich, der dem deutschen Naturfilm in Wieck ein Zuhause gibt.“

Uwe Roßner

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