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Kultur Magisch-musikalisches mit der „Zauberflöte“
Nachrichten Kultur Magisch-musikalisches mit der „Zauberflöte“
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00:14 12.05.2018
Franziska Ringe als Pamina und Alexandru Constantinescu als Vogelfänger Papageno in der Inszenierung "Die Zauberflöte". Quelle: Foto: Vincent Leifer
Stralsund

Was passiert eigentlich, wenn man aus seiner bisherigen Welt plötzlich in eine völlig fremde Umgebung geschubst wird? So geht es der Figur Tamino (Karo Khachatryan) in der Inszenierung „Die Zauberflöte“, die morgen um 18 Uhr ihre Premiere im Großen Haus des Theaters Vorpommern feiern wird.

„Mit dieser Oper hat Wolfgang Amadeus Mozart etwas bahnbrechend Neues geschaffen“, erklärt Dramaturgin Katja Pfeifer und führt aus: „Dieses Werk ist sowohl für Kinder ein guter Einstieg in die Opernwelt als auch ein begeisterndes Stück für Kenner. Die Musik ist von einem 35-jährigen Komponisten mit einiger Lebenserfahrung, der es zum Glück nicht verlernt hat zu staunen.“ Harish Shankar, der in dieser Inszenierung die musikalische Leitung übernommen hat, fügt hinzu: „So eingängig und schön dieses Stück ist, so durchdacht ist es auch.“ Vor allem, wenn man als Kenner auf die Zahlensymbolik achte. „Jeder Figur ist sozusagen eine immer wiederkehrende Zahl zugeordnet.“ Natürlich werde es keine gravierenden Veränderungen beim Spiel geben, aber bei den Ensemble-Nummern sollte sich das Publikum auf ein paar Überraschungen einstellen.Im Vorfeld hatte der Dirigent sich intensiv mit den Tagebüchern Mozarts beschäftigt. „Ich wollte den unglaublich verspielten, geistreichen und wahnsinnig frechen Geist des Komponisten zum Leben erwecken“, sagt Harish Shankar. „Ich bin sehr glücklich mit dieser Musik und gespannt auf die Reaktionen des Publikums.“

Diese Freude ist auch den anderen Beteiligten anzumerken, allen voran Horst Kupich. „Man sollte zwar das Märchenhafte dieser Oper durchaus ernst nehmen, aber nicht durch und durch ein Märchen daraus machen.“ Zumal es kein klassisches Märchen im eigentlichen Sinne sei, in dem man schnell ausmachen könne, wer gut und wer böse ist. „In der ,Zauberflöte’ verschwimmen die Grenzen.“

Diese Oper biete so viele Ansätze, die von witzig und todtraurig bis hin zu wundervoll stillen Momenten reichen, denen man sich hingeben könne.

Alles in allem sei „Die Zauberflöte“ ein Stück über das Erwachsenwerden. Denn sowohl Tamino als auch Pamina durchlaufen eine Entwicklung. „Sie bemerken beide, dass es schön ist, wenn es jemanden gibt, der den Weg weist, gerade in einer fremden Welt, in die Tamino geworfen wird“, sagt Horst Kupich. Und der Schritt vom Kind zum Erwachsenen ist zunächst wie eine fremde Welt. Aber am Ende stellen sie fest, dass man auf viele Fragen nur selbst die Antwort findet. „Im Mittelpunkt steht die Suche nach sich selbst“, so der Regisseur.

In einer Welt voller fester Regeln finden Tamino und Pamina ihren eigenen Weg, der alles andere als geradlinig verläuft. „Doch genau das war das Spannende“, sagt Franziska Ringe, Darstellerin der Pamina. „Zu zeigen, wie sich die Personen entwickeln, und dass am Ende eben doch alles in einem Gleichgewicht sein muss. Tag und Nacht genauso wie Mann und Frau.“

Premiere in Stralsund, morgen, 18 Uhr und in Greifswald am 1. Juni um 19.30 Uhr.

Miriam Weber

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